DVD - Cover     Kammerflimmern
Spielfilm - Liebesdrama
 
 
Originaltitel:  Kammerflimmern
Land/Jahr:   Deutschland 2004
Laufzeit:   ca. 96 Min. 
Start: 8.9.2005 (DVD)  / 3.2.2005 (Kino)
FSK: 12
 

 Filmposter / Zitate

Inhalt

Crash (Matthias Schweighöfer), ein 26-jähriger Rettungsassistent, der als Kind bei einem Autounfall seine Eltern verloren hat, ist Tag für Tag auf Kölns Straßen unterwegs: Er rettet Leben, leistet Hilfe, spendet Trost - und möchte doch selbst nur getröstet werden. Aus der harten Realität flüchtet er sich in Träume, an dessen Ende stets das lächelnde Gesicht einer jungen Frau steht. Eines Nachts trifft der hilflose Helfer bei einem Einsatz auf November (Jessica Schwarz): Es ist die Frau aus seinen Träumen, und Crash fühlt sich, als sei er endlich erwacht. Er beginnt eine zarte Liebesbeziehung mit ihr - zum ersten Mal spürt er so etwas wie Glück. Doch dann kommt der Tag, an dem sich das Schicksal zu wiederholen scheint.
 

Kritik

Blickpunkt:Film lobt das Regiedebüt von Hendrik Hölzemann, das bei den Hofer Filmtagen bereits begeistert aufgenommen wurde. Mit Jessica Schwarz und Matthias Schweighöfer "perfekt besetzt", sei Kammerflimmern "ein berührendes und mutiges Liebesdrama und eine Geschichte der Gegensätze von Realität und Traum, Leben und Tod".

Ulrich Kriest vom Filmdienst ist über die "popkulturelle Intelligenz" von Kammerflimmern verblüfft, denn hier werde "nicht nur vom Leben in transzendentaler Obdachlosigkeit" erzählt, es werden "auch noch die richtigen Bilder und Töne dafür" gefunden. Dabei sei der Film "sichtbar und nachdrücklich von experimenteller Videoclip-Erzählweise geprägt, spielt mit Zeitraffer und Slow Motion, mit Flashback und Flash Forward, erlaubt sich unvermittelte Perspektivwechsel, Ellipsen und Fragmentierungen." All diese Effekte wirken "dem Tonfall des Films angemessen und nicht manieriert", meint Kriest. "Weil zudem auch der sorgfältig kompilierte Soundtrack, verantwortet vom stets zuverlässigen Lee Buddah, noch voller brillant gearbeiteter Indie-Pop-Kleinode (…) steckt, die den Tonfall des Films aufgreifen und ihn sowohl zu verallgemeinern als auch zu nuancieren vermögen, ist man fast versucht, von Kammerflimmern als von einem erstaunlich dichten Generationenporträt über das Leben in Deutschland zu sprechen: Bonjour tristesse!"

Hans-Jörg Rother vom Tagesspiegel scheint nicht recht überzeugt: "Hölzemann will Authentizität – und zugleich selber am Schreib- und Schneidetisch mit dem Leben spielen. Er lässt Köln ziemlich verrückt aussehen, montiert in einem fort Rückblenden, Traumbilder, Handlungssprünge: zu viel. Matthias Schweighöfer gewinnt Crash viel Sympathie ab, künstlich bleibt die Figur trotzdem. Crash, ganz aus dem Geist der Romantik, ist ein wandelnder Engel auf Erden, dem die Liebeslust zum Verhängnis wird. Und sein Regisseur scheint gern zu träumen."

Antje Schmelcher von der Welt gefiel der Film dagegen recht gut, besonders der Hauptdarsteller, Matthias Schweighöfer, der den Sanitäter Crash "mit enormer Zartheit" spiele. Kammerflimmern erzähle "in raffinierten und subtilen Vor- und Rückblenden (…) die Geschichte vom Suchen und Finden seines scheinbar so moribunden wie morbiden Engels Crash."

Dietmar Kammerer von der taz schreibt in seiner Doppelbesprechung zu Egoshooter von Christian Becker und Oliver Schwalbe und Kammerflimmern, beides junge deutsche Filme mit jugendlichen Helden: "Der Symbolvorrat stammt aus der Romantik, die Botschaft ebenfalls: Liebe ist zwar stärker als der Tod, aber das eine ist ohne das andere nicht zu haben. Erlösungsgeschichten, Trostsuchen, Identitätskrisen: die Lieblingslektüre des jungen deutschen Films heißt nicht 'Empire', sondern - mal wieder - 'Die Leiden des jungen Werther'."

Für Michael Althen von der FAZ ist Kammerflimmern "das verheißungsvollste Debüt im deutschen Film seit langem". Hölzemanns Kunst liege darin "Geburt und Tod, Schwangerschaft und Sterben, Verzweiflung und Glück" so eng zu vernähen, dass "jedes Wunder denkbar" werde. Zumal der Film "ohnehin die Zeitebenen geschickt verzahnt, Rückblenden und Vorahnungen, Traumbilder und Zeitlupen, das ganze Arsenal des Kinos bemüht, um die Geschichte zu überhöhen". Eine "Gratwanderung", die Hölzemann deshalb so gut gelinge, "weil er dabei cool bleibt, weil er mit seinen Dialogen den richtigen Ton trifft, ein Ohr hat für den Sound der Gegenwart und einen Blick fürs Milieu" habe. Und das dickste Lob kommt dann ganz zum Schluss: "Was bei Scorseses Rettungssanitäterfilm Bringing Out the Dead New York war, ist hier Köln, was dort Nicolas Cage war, ist nun Schweighöfer - und was man gegebenenfalls für einen müden Abklatsch halten könnte, ist im Grunde der bessere Film. Das ist die wahre Sensation von Kammerflimmern." (www.angelaufen.de)
 

Darsteller

Matthias Schweighöfer (Crash), Jessica Schwarz (November), Jan Gregor Kremp (Fido), Florian Lukas (Richie), Bibiana Beglau (Dr. Tod/Frau Neumann), Rosel Zech (Oma Crash), Volker Spengler (Hundemann), Ulrich Noethen (Prof. Olivari), Carlo Ljubek (Tommy), Steffen Jürgens (Patient)
 

Regie
Hendrik Hölzemann
 

 

Matthias Schweighöfer, Jessica Schwarz

Matthias Schweighöfer

Jessica Schwarz

Matthias Schweighöfer

Matthias Schweighöfer, Jessica Schwarz

Jessica Schwarz

Die Rettungshelfer treten an

Matthias Schweighöfer, Jessica Schwarz

November bei Crash

November

Jessica Schwarz

Crash

Stab  

Produzent: Uschi Reich • Drehbuch: Hendrik Hölzemann • Musik: Lee Buddah, Blackmail • Kamera: Lars Liebold, Grischa Schmitz • Schnitt: Patricia Rommel • Casting: An Dorthe Braker • Szenenbild: Renate Schmaderer • Art Direction: • Kostüme: Sandra Schulte • Maske/Frisuren: Gregor Eckstein, MArtine Flener, Birger Laube • Ton: Michael Mladenovic • Spezialeffekte: Siegmar Warnecke •

 
   
Features  
Extras  
• Interaktive Menüs
• Szenenanwahl
• Making Of (ca. 38 Min.)
• Interviews (ca. 13 Min.)
• Filmographien
• Der besondere Filmtipp: Von Suchen und Finden der Liebe
Trailershow: Kammerflimmern, Fantastic Four, The Singing Detective, Napola, Chucky's Baby, Rossini, Im Rennstall ist das Zebra los, Die Bluthochzeit, Die Nacht der lebenden Loser
 
 
   
Bild  
16x9 Widescreen 1.77:1 (anamorph)  
   
Ton  
Deutsch: Dolby Digital 5.1
Deutsch: DTS
 
   
Untertitel  
Englisch, Spanisch  
   
Vertrieb Länderspezifisch Kapitel  
Constantin DVD 9 / Code 2 / Pal 18  
DVD - Größe EAN Verpackung  
7,79 GB 4 011976 828389 Amaray  
   
Bewertung  
Film:  Guter Debütfilm von Hendrik Hölzemann mit sehr guten Darstellern  
DVD:  Kleine Punktabzüge im Bild, ansonsten gute DVD-Umsetzung  

 

Filmposter:

Kinoposter

 

Zitate:

"Hörst du die Sekunden vorbei rasen? Ich höre sie die ganze Zeit... Alles wird gut, du musst nur atmen!"
"Das ist doch alles die uralte Geschichte, hm? Guck dir Jesus an. Der hat sich auch immer um alles gekümmert, der hat für jeden die Backe hingehalten. Und? Was hat's ihm genützt? Am Ende ist er mutterseelenallein krepiert."
"Er heißt Crash glaube ich" - "Das ist doch kein Name" (später) "Ich suche November" - "Das ist doch kein Name"
"Hast du schon mal jemanden getroffen und hast das Gefühl gehabt, dass du diese Person schon ein Leben lang vermisst; so als hättest du alles nur geträumt und dann wachst du endlich auf?"
"Gott ist ein sadistisches Schwein, Liebling, und er belauscht uns die ganze Zeit. Und wenn wir jemandem sagen, dass wir ihn lieben, dann nimmt er ihn uns weg, weil er sich zu Tode langweilt da oben. Wenn du's nicht mehr aushältst, gibt's nur zwei Dinge, die du tun kannst: Einatmen und Ausatmen"
"Draußen ist Krieg"
"Ich habe immer Glück."
"Wenn es sie gibt dann gibt es mich auch, kapiert?"
"Zwischen 14 und 15 hab ich mich die meiste Zeit im Auto versteckt. - Weil ich gefunden werden wollte."