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Inhalt |
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Chuck Nolan ist ein
Workoholic. Als Controller einer Transportfirma reist er durch die ganze
Welt und ist deshalb selten zu Hause anzutreffen. Mit seiner Freundin
Kelly hat er großes Glück - sie hält trotz der knappen gemeinsamen Zeit
fest zu ihm. Auf einer Geschäftsreise, die ihn an das andere Ende der
Welt führt, passiert es: Sein Flugzeug stürzt mitten über den Ozean ab.
Chuck hat schon mit dem Leben abgeschlossen, doch er erreicht den
rettenden Strand einer Insel. Er ist der einzig Überlebende dieses
Absturzes. Das einsame Inselparadies bedeutet für einen zivilisierten
Menschen wie ihn die Hölle. Er muss sich um die Beschaffung von
Trinkwasser, Nahrung und einen Unterschlupf kümmern. Und daraus wird für
ihn ein täglicher Überlebenskampf. Sein einziger Ansprechpartner auf
dieser Insel wird Wilson, ein Volleyball, zu dem er eine ungewöhnliche
Beziehung aufnimmt.
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Kritik |
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Über einen Zeitraum von 18 Monaten in
zwei Teilen chronologisch gedreht (dazwischen realisierte Robert
Zemeckis Dreh und Fertigstellung von 'Schatten der Wahrheit'), erzählt
die erste Zusammenarbeit des Regisseurs mit Tom Hanks seit ihrem
Oscar-Abräumer 'Forrest Gump' erneut die Geschichte einer unglaublichen
emotionalen Reise eines Jedermanns. Und doch könnten die beiden Filme
unterschiedlicher kaum sein, denn die moderne Robinsonade entzieht sich
den gängigen Erzählkonventionen der Hollywood-Manufaktur: Allein auf
sich gestellt und nahezu ohne Dialog, fällt Tom Hanks die schwierige
Aufgabe zu, dem körperlichen und spirituellen Wandel eines auf einer
winzigen Ozeaninsel gestrandeten Mannes Ausdruck zu verleihen. Ein
künstlerisches und kommerzielles Risiko, das schon vor dem US-Start
belohnt wurde: Hanks wurde von den New Yorker Kritikern zum besten
Schauspieler des Jahres gewählt.
Gemäß ihres Gump-Credos vom Leben als Pralinenschachtel, deren Inhalt
man nicht ahnen kann - in diesem Fall zweifelsohne in einem FedEx-Karton
verpackt (das hemmungslose Product Placement lässt dem Film bisweilen
den Ruch eines Infomercials anhaften) - schicken Zemeckis und Hanks den
FedEx-Systemingenieur Chuck Noland auf eine Reise mit ungewissem
Ausgang, bei der nur die Liebe zur Frau seines Lebens dem Helden Halt in
den verzweifeltesten Stunden gibt. Anders als bei 'Forrest Gump' nutzt
Zemeckis, ohnehin der ungekrönte König des ebenso virtuosen wie
schamlosen Manipulationskinos, allerdings nicht jede sich ihm bietende
Möglichkeit, dramatische und emotionale Höhepunkte aufeinanderzutürmen.
Im Gegenteil: Im Namen der Authentizität unterspielt er die Momente, mit
denen man beim Publikum punktet, hebt hingegen vermeintlich
Nebensächliches aber hervor. Die eine oder andere big scene spart
Zemeckis gar komplett aus. Nicht gerade ein klassischer Ansatz, aber ein
interessanter allemal. Angenehm nüchtern und mit einem Hang zum
Fragmentarischen - gleichzeitig aber auch mit der gewohnten technischen
Brillanz - dokumentiert der Regisseur in seinem gewagtesten Film den
Leidensweg eines modernen Mannes, dessen ganzes Leben auf Effizienz und
die schnelle Abwicklung von Problemen aufgebaut ist.
Aus vier verschieden gewichteten
Teilen setzt sich 'Verschollen' zusammen: die Zeit vor dem
Flugzeugabsturz, die ersten Wochen auf der einsamen Insel, der Abschied
von der Insel, die Zeit nach der Rettung. Knapp skizziert, lernt man
Chuck Noland kennen als Mann, der immer auf dem Sprung ist und sogar
Weihnachten mit seiner Verlobten (Helen Hunt in einer kleinen, aber
schön realisierten Rolle) ausfallen lässt, um für seinen Auftraggeber in
entlegenen Erdwinkeln als Troubleshooter zu fungieren. Auf dem Weg
stürzt das Flugzeug ab - eine standesgemäß fulminant umgesetzte Sequenz
mit unerwartetem 'Titanic'-Touch - und Chuck strandet auf einer
winzigen, unbewohnten Insel. Fortan ist Tom Hanks völlig auf sich allein
gestellt, denn die Kamera weicht ihm für den Rest der Spielzeit nicht
von der Seite. Er meistert seine Aufgabe, kann den Film aber trotz
seiner Tour de Force nicht von dem Hauptmanko eines Superstarvehikels
befreien: Wenn der Gestrandete versucht Kokosnüsse zu öffnen (komisch),
angeschwemmte FedEx-Pakete aufsammelt (rührend), das Eiland erkundet
(spannend) oder sich mit dem wenigen vorhandenen Werkzeug selbst einen
Zahn zieht (unerträglich), dann ist es doch stets mehr Tom Hanks und
weniger der FedEx-Mann Chuck Noland, den man da bei der Sisyphus-Arbeit
des täglichen Überlebens betrachtet. Dass man dem Geschehen dennoch
fasziniert bis zurück aufs amerikanische Festland folgt, wo Noland nach
vier Jahren Isolation mit der größten Enttäuschung seiner Odyssee
konfrontiert wird, ist Indiz genug für die Qualität eines Films, dem man
auch einen Volleyball ('Wilson') als Konversationspartner und einen
mitleidsvollen Walfisch bereitwillig abkauft. Denn die philosophische
Mär über den wahren Wert von Liebe, Leben und Zeit, inklusive
angedeuteter Konsumkritik, trifft in einer Zeit der ständigen
Beschleunigung einen Nerv und gibt Anlass für Selbstreflexion und
Diskussion. Und dafür lohnt es sich allemal, 30 Kilo runterzuhungern.
(Blickpunkt Film)
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Darsteller |
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Tom Hanks (Chuck Nolan), Helen Hunt
(Kelly Frears), Nick Searcy (Stan), Chris Noth (Jerry Lovett), Lary
White (Bettina Peterson), Garret Davis (Pilot Blaine), Vin Martin (Pilot
Al), Christopher Kriesa (Pilot Kevin), Viveka Davis (Pilot Gwen), Leonid
Citer (Fyodor)
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Regie
Robert Zemeckis |
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