Kino 2014

Hier werde ich alle Kinofilme aus 2014 vorstellen, die ich selber im Kino gesehen habe. Da ich relativ oft ins Kino gehe, werden hier am Ende des Jahres so ca. 70 Filme stehen. Neben den üblichen Daten wie Stab, Schauspieler und Film-Info schreibe ich kurz meine Meinung über den Streifen nieder. Dann gebe ich noch einen kurzen Kommentar über das Kino ab.

Hier geht's zum Kinojahr  2006 / 2007 / 2008 / 2009 / 2010 / 2011 / 2012 / 2013

Highlights im Juli:
Die große Versuchung / Transformers: Ära des Untergangs / Drachenzähmen leicht gemacht 2 / The Purge - Anarchy / The Raid 2 / Jersey Boys / 22 Jump Street / Eyjafjallajökull

 
Eyjafjallajökull

Sneak: Eyjafjallajökull 

Regie: Alexandre Coffre. Darsteller: Dany Boon (Alain), Valérie Bonneton (Valérie), Denis Ménochet (Ezéchiel), Albert Delpy (Tonton Roger), Bérangère McNeese (Cécile)

Inhalt: Die Welt der Reisenden kämpft mit der Aschewolke. Noch explosiver als der isländische Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen Eyjafjallajökull ist allerdings die Beziehung zwischen Alain und Valérie: seit 20 Jahren geschieden verbindet das Ex-Ehepaar nun mehr allein der abgrundtiefe Hass füreinander. Im Flugzeug unterwegs zur Hochzeit ihrer Tochter müssen die beiden aufgrund des Vulkanausbruchs von Eyjafjallajökull in München notlanden. Die restlichen 2.100 Kilometer nach Athen sind sie gezwungen, im einzig verbliebenen und heiß umkämpften Mietwagen gemeinsam anzutreten. Ein nicht ganz reibungsloser Roadtrip und ein aberwitziger Beziehungskrieg beginnen.

Mein Eindruck: In der Cinemaxx-Sneak gab es einen Streifen, der 3 Tage später im Kino startet: Die französische Komödie "Eyjafjallajökull" ist bestimmt nicht der Film, den ich erwartet habe - aber was will man machen, eine Sneak kann unberechenbar sein. Viel gibt es über den neuen Film von Dany Boon, der durch "Willkommen bei den Sch'tis" berühmt geworden ist, nicht zu berichten. Er spielt den Fahrlehrer Alain, der auf dem Weg nach Griechenland ist, um die Hochzeit seiner Tochter zu feiern. Im Flugzeug trifft er auf seine Ex-Frau Valerie (ebenfalls auf dem Weg nach Korfu), die er hasst wie die Pest. Ausgerechnet der isländische Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen sorgt dafür, dass die beiden zusammen auf einen Roadtrip gehen müssen, der sie von München aus über Österreich, Slowenien, Albanien nach Griechenland führt. Klar ist, dass sich die beiden immer noch mögen, auch wenn kleine Nickeligkeiten zwischen ihnen an der Tagesordnung sind. Die Handlung ist total vorhersehbar (ich sage nur: albanischer Adler), die Gags halten sich in Grenzen und die schrägen Sachen, die dem Paar während ihres Roadtrips durch Europa widerfahren, sind ziemlich konstruiert. Irgendwie wirkt der Streifen bieder, obwohl viel mehr Potential in den beiden Hauptakteuren steckt. "Eyjafjallajökull" ist eine nette, austauschbare Komödie, die man nach dem Kinobesuch direkt wieder vergessen hat.

Kino-Info: Zum ersten Mal haben wir die Sneak im Cinemaxx getestet. 2-3 Trailer, dann beginnt der Überraschungsfilm, Show oder Quiz Fehlanzeige. Da lob ich mir die Sneak in der Filmpassage!

Kinostart: 31.7.2014
Komödie
92 Min.
FSK: 6
36

 

 
The Raid 2

The Raid 2 

Regie: Gareth Evans. Darsteller: Iko Uwais (Rama), Arifin Putra (Uco), Tio Pakusodewo (Bangun), Oka Antara (Eka), Alex Abbad (Bejo), Cecep Arif Rahman (The Assassin), Julie Estelle (Alicia 'Hammer Girl'), Very Tri Yulisman (Baseball Bat Man)

Inhalt: Nachdem der junge Cop Rama die Razzia auf ein mit Gangstern gefülltes Hochhaus überlebte – im Gegensatz zu vielen anderen Anwesenden –, wartet gleich die nächste Herausforderung auf ihn: Er soll seine Verhaftung provozieren, um im Gefängnis undercover Kontakte zum Gangster-Sprössling Uco zu knüpfen. Über dem soll sich Rama Zugang zum mächtigen Syndikat von dessen Vater Bangun verschaffen. Und als er nach zwei Jahren Haft endlich aus dem Knast kommt, schafft es der verdeckt ermittelnde Cop tatsächlich, eine wichtige Position in Banguns Verbrecherorganisation zu ergattern. Dieser erste Erfolg und alle weiteren Fortschritte werden für den jungen Familienvater Rama jedoch von der ständigen Angst überdeckt, als Polizeispitzel entlarvt zu werden.

Mein Eindruck: "The Raid" war für mich einer der besten Actionfilme des Jahres 2012. Überschaubare Handlung, kompromisslose Action und eine ungeschnittene 18er Version - was will man mehr. Aus dem Nichts kommt jetzt die Fortsetzung daher, die von der Presse richtig abgefeiert wird. Für mich gilt: Mir hat der erste Teil besser gefallen. Natürlich wäre es totaler Unsinn, wenn man die Handlung von Teil 1 wiederholen würde. Also erzählt man die Geschichte von Rama (Iko Uwais) weiter. Dieser wird bei einer Verbrecherorganisation eingeschleust, um sie von innen zu bekämpfen. Dabei hat er genug Gelegenheit, seinen Widersachern kräftig auf die Fresse zu geben. Die Story erinnert an "Infernal Affairs" bzw. "The Departed" und mixt die üblichen Gangsterfilm-Zutaten zusammen. Teil 2 ist absolut sehenswert, aber leider kam bei mir nie die Stimmung auf, die ich bei Teil 1 verspürt habe. Die Kämpfe sind (natürlich) spektakulär und auch die andere Action kommt nicht zu kurz (Stichwort: Autoverfolgungsjagd), aber irgendwie kommt der Streifen nicht aus dem Quark. Gerade die erste Stunde fand ich sehr zäh, hinterher ging es dann besser, und die "Endkämpfe" sind nicht übel (Hammer Girl hat mir gut gefallen). Außerdem frage ich mich: Musste der Film 150 Minuten lang sein? Natürlich vergleiche ich die beiden Teile und mein Fazit ist klar: "The Raid 2" ist nicht schlecht, aber Teil 1 ist besser.

Kino-Info: Das kleine Kino 11 war mäßig gefüllt. Immerhin lief die 18er-Version um 19:30 Uhr, und das ist bei einer Lauflänge von 150 Minuten auch gut so. Eine Pause gab es nebenbei nicht...

Kinostart: 24.7.2014
Action, Drama, Krimi
150 Min.
FSK: 18
35

 

 
Mädelsabend

Mädelsabend 

Regie: Steven Brill. Darsteller: Elizabeth Banks (Meghan), James Marsden (Gordon), Gillian Jacobs (Rose), Sarah Wright Olsen (Denise), Ethan Suplee (Officer Dave)

Inhalt: Für die ehrgeizige Journalistin Meghan Miles scheint ein Traum wahr zu werden: der lang ersehnte Job als Nachrichtensprecherin bei einem landesweiten TV-Sender ist in greifbare Nähe gerückt. Als sie jedoch erfährt, dass sie den Karrieresprung nur knapp verpasst und sich auch noch ihr Freund von ihr getrennt hat, beschließt die sonst eher geradlinige, konservative Meghan den Kummer zusammen mit ihren Freundinnen mit einer rauschenden Partynacht zu vergessen - gekrönt von reichlich Alkohol und einem One-Night-Stand mit einem schönen Unbekannten. Dumm nur, dass sich Meghan am nächsten Morgen nicht nur verkatert, sondern auch völlig hilflos ohne Telefon, Geld, Ausweis oder Auto wiederfindet - und das mitten in L.A..

Mein Eindruck: Nach 20 Tagen Fußball-WM in Brasilien gab es einen spielfreien Donnerstag. Also haben wir die Gelegenheit genutzt, um mal wieder ins Kino zu gehen. Allerdings ist die Filmauswahl momentan extrem mau, denn die Verleiher halten die Top-Filme bis zum Ende der WM unter Verschluss. Immerhin haben wir was gefunden und so schlecht war der nicht: "Mädelsabend" ist eine typische Ami-Komödie, die ganz auf Elizabeth Banks ("Zack and Miri make a Porno") zugeschnitten ist. Dabei stöckelt sie als ehrgeizige TV-Nachrichtensprecherin fast den ganzen Film im engen gelben Party-Outfit durch die Straßen von L.A.. Die Gags sind eigentlich immer die gleichen: Jede Person, die sie um Hilfe bittet, verweigert diese, weil sie immer für eine Prostituierte oder Crack-Nutte gehalten wird. Das ist auf Dauer etwas ermüdent. Elizabeth Banks macht schon das beste aus der Rolle, aber gegen die monotonen Gags ist auch sie machtlos. Unser Highlight war die Szene im Crackhaus, Stichwort "Nachrichten-Schlampe" - mehr sag ich nicht. "Mädelsabend" ist eine vorhersehbare Sommerkomödie, die man nicht gesehen haben muss...aber wenn man nix besseres hat, dann ist das schon okay.

Kino-Info: Es war zwar spielfrei bei dem WM, aber das Super-Sommerwetter hat dazu beigetragen, dass wir Kino 5 für uns allein hatten.

Kinostart: 26.6.2014
Komödie
95 Min.
FSK: 12
34

 

 
Maleficent - Die dunkle Fee (3D)

Maleficent - Die dunkle Fee (3D) 

Regie: Robert Stromberg. Darsteller: Angelina Jolie (Maleficent), Elle Fanning (Aurora), Sharlto Copley (Stefan), Leslie Manville (Flittle), Imelda Staunton (Knotgrass), Juno Temple (Thistletwit), Sam Riley (Diaval)

Inhalt: Maleficent ist eine schöne, warmherzige junge Fee, die in einem friedvollen Waldkönigreich lebt. Eines Tages verirrt sich Stefan, ein Junge aus der benachbarten Menschenwelt, in der es weit weniger friedlich zugeht, in Maleficents Heimat. Die Fee und der Mensch werden Freunde und es kommen irgendwann auch romantische Gefühle zwischen ihnen auf, doch schließlich zieht es Stefan zurück in das Reich der Menschen. Dessen König Henry will die Feenwelt um jeden Preis erobern, doch gegen Maleficents magische Kräfte kommt er nicht an. Als alle anderen Pläne versagen, verspricht er demjenigen Thron und Tochter, der es fertig bringt, die scheinbar unbesiegbare Fee in die Knie zu zwingen. Stefan nimmt die Herausforderung an. Er täuscht Maleficent Liebe vor und raubt ihr im Schlaf ihre imposanten Feenflügel. Die so Betrogene ist tief traurig und verbittert, und als sie Jahre später die Gelegenheit bekommt, nimmt sie fürchterliche Rache.

Mein Eindruck: Die Fußball WM in Brasilien rückt näher und die Kinoneustarts werden immer schwächer. Deshalb kam an diesem Kino-Donnerstag nur "Maleficent - Die dunkle Fee" in Frage, was aber nicht schlecht war. Der Film um die dunkle Fee Maleficent, die nur durch eine übele Intrige zur bösen Fee mutiert, ist das Märchen von Dornröschen. Doch Disney hat die Story sehr verändert und nur Eckpunkte (Fluch, Spindel, Kuss) bleiben von der Original-Geschichte übrig. Das macht aber gar nix, denn der Film ist sehr unterhaltsam und bietet genau das, was man erwartet. Natürlich ist Angelina Jolie die tragende Figur des Films. Sie ist wie geschaffen für die Rolle der Maleficent: Sie spielt eine böse Fee, die nach außen unerbittlich wirkt, doch ihre inneren Werte haben noch viel Gutes in sich. Optisch ist ihr Outfit an den Disney Zeichentrickfilm von Dornröschen angelegt (Hörner und hohe Wangenknochen). Die neuste 3D-Technik kommt hier sehr gut zum Tragen und dieses Mal kann ich nur sagen, dass man sich den Film dreidimensional geben sollte. "Maleficent" ist ein unterhaltsamer Streifen, der alles bietet: Fantasy, Romanze, Action, Abenteuer, Slapstick, ein bisschen Horror und natürlich Drama - ein Film für die ganze Familie. Der Film kommt beim Publikum an, denn weltweit ist das Einspielergebnis schon jetzt sehr gut. Außerdem hat mir gefallen, dass der Streifen eine Länge von 96 Minuten hatte. In letzter Zeit sind viele Filme zu lang bzw. zu langatmig geraten, hier wird in etwas über 90 Minuten alles abgehakt - gut so.

Kino-Info: Kino 1 war mäßig gefüllt. Das kommende Sommerwetter war wohl ein Grund dafür.

Kinostart: 29.5.2014
Märchen, Fantasy, Abenteuer
96 Min.
FSK: 6
33

 

 
A Million Ways To Die In The West

A Million Ways To Die In The West 

Regie: Seth MacFarlane. Darsteller: Seth MacFarlane (Albert), Charlize Theron (Anna), Amanda Seyfried (Louise), Liam Neeson (Clinch), Giovanni Ribisi (Edward), Neil Patrick Harris (Foy), Sarah Silverman (Ruth)

Inhalt: Der Schafzüchter Albert ist ein Feigling mit losem Mundwerk und somit für die Bewohner der Wild-West Stadt "Old Stump" ein unverbesserlicher Außenseiter. Er lehnt gewalttätige Auseinandersetzungen ab und hat noch nie einen Colt abgefeuert. Auch seine enttäuschte Freundin ist längst in die Arme eines weniger ängstlichen Cowboys geflüchtet. Doch eines Tages kommt eine bildschöne Fremde, Anna, in die Stadt und weckt in Albert tief verborgene Lebensgeister. Albert verliebt sich in Anna, die nur leider zu erwähnen vergaß, dass ihr Gatte ein ebenso schießwütiger wie eifersüchtiger Bandit ist.

Mein Eindruck: Seth MacFarlane hat mit "Ted" (2012) eine Erfolgskomödie abgeliefert, die in den deutschen Kinos super gelaufen ist. Jetzt verarscht er den Wilden Westen, dieses Mal als Hauptdarsteller, Regisseur und Drehbuchautor. Seine Komödie hat ein großes Problem: In dem Trailer, der seit Wochen im Kino läuft, werden zu viele Gags gezeigt. Die Gags sind super und machen Lust auf mehr, doch wenn man den kompletten Film anschaut, dann macht sich leider Langeweile breit. Beispiel: Die Szene mit dem Eisblock ist derb und lustig, aber sobald sie im Kino läuft lacht kein Mensch mehr drüber, weil alle die schon vorweg kennen. Und so ist das mit fast allen Szenen. Das Kino war gut gefüllt, aber es gab kaum Lachattacken unter den Besuchern. Erschwerend kommt noch hinzu, dass der Streifen recht geschwätzig ist. Doch der Wortwitz kommt in den seltensten Fällen an, also auch hier Abzug in der B-Note. Allerdings muss ich anmerken, dass ein spezieller Gag in den Film einfach genial ist. Den hat man vorher eben nicht gesehen und deshalb kommt der extrem gut rüber (Stichwort: Doc Brown). Auch der Kurzauftritt von Jamie Foxx als Django hat einen gewissen Anreiz, doch das reicht leider nicht. Mit viel Wohlwollen vergebe ich 2 Sterne für diese viel zu lange Western-Komödie, die besser nur 90 Minuten (statt 116) laufen sollte. Da lob ich mir Mel Brooks "Der wilde wilde Westen"... PS: Nach dem Abspann kommt noch was.

Kino-Info: Kino 5 war am Donnerstag um 20:15 Uhr gut besucht. Doch die Lacher im Publikum hielten sich schwer in Grenzen.

Kinostart: 29.5.2014
Western, Komödie
116 Min.
FSK: 12
32

 

 
Edge Of Tomorrow (3D)

Edge Of Tomorrow (3D) 

Regie: Doug Liman. Darsteller: Tom Cruise (Cage), Emily Blunt (Rita), Brendan Gleeson (General Bingham), Bill Paxton (Master Sergeant Farell), Jonas Armstrong (Skinner)

Inhalt: In einer nicht allzu weit entfernten Zukunft wird die Erde von einer technologisch weit überlegenen Alienrasse – den sogenannten Mimics – invadiert. In unerbittlichen Angriffen legen sie ganze Städte in Schutt und Asche, lassen nichts als Tod und Verderben zurück. Keine Armee der Welt vermag die zerstörerische Kraft aufzuhalten. Major Bill Cage, der über keinerlei Kampferfahrung verfügt, wird ohne Vorwarnung zu einem Einsatz abkommandiert, der sich als Selbstmordkommando herausstellt. Er stirbt schon nach kurzer Zeit, gerät dabei jedoch unerklärlicherweise in eine Zeitschleife, die ihn den Tag des Gefechts immer wieder aufs Neue erleben lässt. Jede Schlacht, die er durchlebt, macht ihn zu einem besseren Soldaten. Schon bald kämpft er Seite an Seite mit Rita Vrataski von den Special Forces und beginnt, neue Hoffnung zu schöpfen. Lässt sich die Erde möglicherweise doch noch retten?

Mein Eindruck: Ich bin ja schon länger ein Freund von Tom Cruise. Natürlich stinkt mir die Scientology-Geschichte, doch als Schauspieler hat er mir immer gefallen. Mit "Edge of Tomorrow" hat er ein richtiges Highlight rausgehauen, dass in allen Belangen überzeugt. Man wusste ja vorher, dass der Streifen das Murmeltier-Thema aufgreift: Tom Cruise alias Major Cage erwacht immer wieder zum gleichen Zeitpunkt, hat einen Tag Zeit bevor er an der Front von Aliens getötet wird. Sobald er stirbt, geht die Sache wieder von vorne los. Regisseur Doug Liman ("Mr. & Mrs. Smith") hat diese Zeitschleifen hervorragend umgesetzt und so kommt - trotz ständiger Wiederholung - nie Langeweile auf. Die Optik ist hervorragend und die Action kann sich sehen lassen. Außerdem ist "Edge of Tomorrow" seit langer Zeit mal wieder ein Film, der mich in 3D überzeugt hat - hier hat sich die Brille wirklich gelohnt. Neben Tom Cruise spielt Emily Blunt ("Lachsfischen im Jemen) die weibliche Hauptrolle. Sie gefällt als toughe Kampfamazone, auch wenn ich sie mir vorher in dieser Rolle gar nicht vorstellen konnte. Der Rest der Besetzung ist nettes Beiwerk, denn die Story ist komplett auch Cruise und Blunt zugeschnitten. Momentan ist "Edge of Tomorrow" für mich der beste Streifen im Kino - den sollte man sich nicht entgehen lassen.

Kino-Info: Leider lief Tom Cruise nur im kleinen Kino 8, das gut gefüllt war. Dieses Mal hat sich 3D endlich mal gelohnt.

Kinostart: 29.5.2014
Sci-Fi, Action
113 Min.
FSK: 12
31

 

 
Bad Neighbors

Bad Neighbors 

Regie: Nicholas Stoller. Darsteller: Seth Rogen (Mac Radner), Rose Byrne (Kelly Radner), Zac Efron (Teddy Sanders), Dave Franco (Pete), Christopher Mintz-Plasse (Scoonie), Lisa Kudrow (Dean Carol Gladstone), Carla Gallo (Paula)

Inhalt: Kelly und Mac Radner haben all ihr Erspartes zusammengeworfen, um mit ihrer sechs Monate alten Tochter in ihr Vorstadthaus einziehen zu können. Ihre Freude erhält einen Dämpfer, als im Nebenhaus eine Studentenverbindung einzieht. Die Collegestudenten um den charismatischen Teddy Sanders feiern wie befürchtet jede Nacht bis in die Puppen. Schlichtungsversuche scheitern, also fassen Kelly und Mac den Beschluss, die Brüderschaft zu sabotieren, beschwören damit aber einen Krieg herauf, bei dem sie die schlechteren Karten haben.

Mein Eindruck: Seth Rogen ist so eine Sache: Man muss seinen Humor mögen, um seine Filme gut zu finden. Zuletzt spielte er sich selber in "Das ist das Ende" - ein Film, von dem ich immer noch nicht genau weiß, was ich von dem halten soll. Auf jeden Fall ist der Humor sehr direkt und kommt gleich auf den Punkt. So auch in "Bad Neighbors". Er und seine Frau, gespielt von Rose Byrne ("...das hält kein Jahr"), sind ein stinknormales Ehepaar, das in Ruhe in der Vorstadt ihr Baby großziehen will. Doch leider wird ihre Idylle von einer Studentenverbindung gestört, die ins Nachbarhaus einzieht. Es entbrennt ein Kleinkrieg zwischen dem Ehepaar Rogen/Byrne gegen den Anführer der Studies, Zac Efron (Teddy). Bis heute hatte ich es vermieden, Filme mit Zac Efron anzuschauen, denn der Typ aus "High School Musical" gehört nicht zu meinen bevorzugten Mimen. Allerdings muss ich neidlos anerkennen, dass er in der Rolle des Delta-Psi-Beta-Anführers eine tolle Performance hinlegt. Die Rivalen hauen sich gegenseitig in die Pfanne und es artet bis zum Ende ganz schön aus. Blöd ist nur, dass man einige von den Gags bereits im Trailer gesehen hat (ich erwähne hier nur die Airbags). Außerdem ist das Niveau - wenn man von Niveau sprechen kann - extrem tief angesetzt. Das scheint aber bei Komödien in der letzten Zeit gang und gäbe zu sein. So bietet der Streifen einige nette Gags, und vor allem der 'Endkampf' zwischen Rogen und Efron entschädigt für einige Rohrkrepierer während der 97 Minuten. Alles in allem ist "Bad Neighbors" ganz nett anzuschauen, aber bei weitem kein Highlight.

Kino-Info: Die frühe Abendvorstellung in der Filmpassage war (wie schon bei "3 Days To Kill") eine Privatvorstellung. Ich allein in Kino 1 - wenn's denn sein muss...

Kinostart: 8.5.2014
Komödie
97 Min.
FSK: 12
30

 

 
X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (3D)

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (3D) 

Regie: Bryan Singer. Darsteller:  Hugh Jackman (Logan /Wolverine), James McAvoy (Charles Xavier), Michael Fassbender (Erik Lehnsherr), Jennifer Lawrence (Raven /Mystique), Nicholas Hoult (Hank/Beast), Ellen Page (Kitty Pryde), Peter Dinklage (Dr. Bolivar Trask)

Inhalt: In der Zukunft stehen die Mutanten kurz vor dem Aussterben, weil sie von Killer-Robotern gejagt und getötet werden: den Sentinels. Aufgrund der Bedrohung arbeiten Magneto und Charles Xavier zusammen – ihr Plan sieht vor, den Terror durch die Sentinels gar nicht erst zuzulassen. Dazu schicken sie Wolverines Bewusstsein mit Hilfe von Kitty Pryde in die Vergangenheit, da sich sein Geist von den Folgen einer solchen Zeitreise erholen kann. In der Vergangenheit soll Wolverine eine Tat Mystiques verhindern, die den Bau der Sentinels erst möglich machte; der Eingriff würde also die Zukunft im Sinne der Mutanten verändern.

Mein Eindruck: Die Wochen der 3D-Blockbuster sind im vollen Gange. Nach dem eher mäßigen "Godzilla" sind nun die X-Men im Kino gestartet, und am kommenden Donnerstag zieht Tom Cruise mit "Edge of Tomorrow" nach. "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" ist endlich ein Top-Streifen, der komplett überzeugt. Doof ist eigentlich nur, dass (wieder mal) eine Zeitreise herhalten muss. In vielen Fällen ist dieses Mittel nicht gerade sehr prickelnd, bei den X-Men kann ich gut damit leben. Durch die Zeitreise von Wolverine (immer souverän gespielt von Hugh Jackman) kommen die 'alten' und die 'jungen' Charaktere gemeinsam in einem Film zum Einsatz. So sehen wir Patrick Stewart (als Professor X) und James McAvoy (als junger Charles Xavier) in einer gemeinsamen Szene. Der Film setzt die Story von "X-Men: Erste Entscheidung" fort und startet im Jahr 1973. In den  USA unter Präsident Nixon bahnt sich ein entscheidendes Ereignis an und genau das führt zur völligen Auslöschung der Mutanten. Wolverine und Konsorten haben einiges zu tun, um die Zerstörung ihrer Spezies abzuwenden. Tricktechnisch ist der Film erste Sahne. Im Gegensatz zum gerade gesehenen "Godzilla" sind Massenzerstörungen von Städten bei den X-Men nicht angesagt. Lediglich Magneto versetzt ein komplettes Baseball-Stadion...aber damit kann ich gut leben. 3D war nicht schlecht, aber im Grunde schreibe ich zu diesem Thema immer das gleiche: Mir würde die platte Version reichen, denn so bahnbrechend sind die Effekte eben nicht. "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" bietet etwas über 2 Stunden Top-Kinounterhaltung. Sitzenbleiben lohnt sich, denn am Ende des Abspanns kommt noch was. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mit der Szene nix anfangen konnte...

Kino-Info: Am Start-Donnerstag war das große Kino 1 seht gut gefüllt. Unser Pech waren unsere Sitznachbarn (Stichwort: dralle Olle und Defensive Linebacker). Außerdem nervig: Warum macht das Cinemaxx eine Pause?

Kinostart: 22.5.2014
Action, Sci-Fi, Abenteuer, Comic
132 Min.
FSK: 12
29

 

 
Godzilla (3D)

Godzilla (3D) 

Regie: Gareth Edwards. Darsteller:  Aaron Taylor-Johnson (Ford Brody), Ken Watanabe (Dr. Ichiro Serizawa), Bryan Cranston (Joe Brody), Elizabeth Olsen (Elle Brody),  Sally Hawkins (Vivienne Graham), Juliette Binoche (Sandra Brody), David Strathairn (Admiral Stenz)

Inhalt: 1999 kommt es in dem japanischen Atomkraftwerk, bei dem der Amerikaner Joe Brody beschäftigt ist, zu einer Katastrophe. 15 Jahre später ist die Großstadt rund um das Kraftwerk als atomar verseuchtes Sperrgebiet deklariert. Doch Brody glaubt die offizielle Version des Grundes für das Unglück nicht. Als sein beim Militär beschäftigter Sohn Ford nach Japan reist, um seinen Vater zur Heimkehr in die USA zu bewegen, wird er von diesem zu einem letzten Trip in die gesperrte Zone überredet. Dort erkennt Joe Brody die gleichen Warnzeichen wie vor 15 Jahren und bald bricht auch schon das Chaos über die Gegend herein. Ein Monster, das kurz darauf auf den Namen Muto getauft wird und sich von Atomkraft ernährt, hinterlässt eine Schneise der Zerstörung. Während das Monster gen Hawaii zieht, sucht das US-Militär verzweifelt nach einem Weg es zu stoppen. Ichiro Serizawa, der die Urzeitmonster seit Jahrzehnten erforscht, glaubt die einzige Lösung zu kennen: ein sagenumwobenes weiteres Monster und Mutos natürlicher Feind: Godzilla!

Mein Eindruck: Roland Emmerichs "Godzilla" (1998) brachte ihm zumeist nur Spott und Hähme ein, Fans der Original-Reihe nannten den Film "G.I.N.O." (= Godzilla In Name Only). Jetzt kommt 2014 eine weitere Verfilmung ins Kino und dieses Mal lehnt sich die Monsterechse mehr am Original an. Doch leider kommt die Massenzerstörung und der Monsterkmapf nie richtig in Fahrt. Es dauert auch ziemlich lange, bis Godzilla in Erscheinung treten darf. Vorher wird ein Monsterszenario aufgebaut, in dem man erfährt, wie Monster Muto die Menschheit derbe dezimieren will. Es gibt einige Sachen, die mir im Endeffekt nicht gefallen haben: Bryan Cranston, bekannt aus "Breaking Bad", kommt zu wenig im Film vor. Sein Sohn, gespielt von "Kick-Ass" Aaron Taylor-Johnson, ist der eigentliche Hauptdarsteller, und der kann nicht wirklich die Zuschauer fesseln. Es gibt zwar nette Schauplätze (Hawaii, Las Vegas), aber die werden zumeist verheizt. Der Monster-Endkampf findet dann in San Francisco statt, leider (natürlich) im Dunkeln. Regisseur Gareth Edwards ("Monsters") kann zwar die Dimensionen seiner Monster sehr gut auf die Leinwand bringen, aber richtige Spannung kommt selten auf. Dummerweise steht bei "Godzilla" nicht Godzilla im Mittelpunkt, sondern die anderen - mal der japanische Doktor (Ken Watanabe) oder halt Soldat Ford (Kick-Ass). Außerdem haben mich Godzillas Gegner permanent an "Pacific Rim" erinnert, was nicht gerade ein Lob ist. Thema 3D: Kann man in 3D gucken, für mich persönlich hätte auch 2D gereicht. Zusammenfassend sage ich: "Godzilla" kann man sich im Kino anschauen, doch ein Brecher ist der bestimmt nicht. Nebenbei: Mir hat der Emmerich-Film besser gefallen...darf nur kein Godzilla-Fan hören...

Kino-Info: In der Spät-Nachmittags-Vorstellung in Kino 1 sitzen (bei frühlingshaften Temperaturen draußen) einige Zuschauer - immerhin.

Kinostart: 15.5.2014
Action, Sci-Fi, Abenteuer
123 Min.
FSK: 12
28

 

 
3 Days To Kill

3 Days To Kill 

Regie: McG. Darsteller:  Kevin Costner (Ethan Renner), Amber Heard (Vivi Delay), Hailee Steinfeld (Zooey Renner), Connie Nielsen (Christine Renner), Richard Sammel (Der Wolf), Tómas Lemarquis (Albino)

Inhalt: Secret-Service-Agent Ethan Renner ist sehr gut in seinem Job, aber nicht mehr der Jüngste. Als er dann auch noch erfährt, dass er eine tödliche Krankheit hat, will er die die kurze verbleibende Zeit seiner Tochter Zooey widmen. Renners Ex-Frau Christine findet, dass Ethan seine Vaterpflichten lange genug vernachlässigt hat und übergibt Zooey in die Obhut ihres Vaters. Dann taucht plötzlich eine Agentin namens Vivi auf und bietet Ethan einen Deal an: Wenn es ihm binnen drei Tagen gelingt, den Waffenhändler 'Der Wolf' zu töten, einen der meistgesuchten Terroristen der Welt, erhält er ein Mittel, das sein Leben verlängern könnte. Ein heikles Geschäft, da die Wirksamkeit des Heilmittels nicht bewiesen ist und Ethan gerade jetzt seine Tochter bei sich hat, die er nicht erneut enttäuschen will.

Mein Eindruck: "3 Days To Kill" zu bewerten fällt mir schwer, denn ich bin hin und hergerissen. Auf der einen Seite präsentiert der Streifen eine extrem dämliche Handlung, bei dem einem die Haare zu Berge stehen. Auf der anderen Seite gibt es ordentliche Action-Sequenzen und coolen Humor. Kevin Costner ist ein Hauptdarsteller, den ich immer noch sehr gerne sehe, auch wenn seine Filme nicht mehr so gut sind wie früher zu seinen Glanzzeiten. Die Anfangssequenz war richtig top und hat Appetit auf mehr gemacht. Doch dann mutiert der Film in ein Familiendrama, in dem der todkranke Vater Ethan (der nie zu Hause war) alles bereut und die Beziehung zu seiner Tochter in Rekordzeit wieder kitten will. Töchterchen Zooey wird übrigens gespielt von Hailee Steinfeld, die schon in "True Grit" oder "Ender's Game" zu sehen war. Dann wird Ethan ein Mittel gegen seinen Krebs angeboten, aber nur, wenn er weiter als Auftragskiller alles niedermetzelt. Da kann ich nur sagen: Was für ein Schwachsinn! Auch Amber Heard ("Machete Kills"), die ich sehr gerne im Kino sehe, hat als scharfe Agentin zwar optisch einiges zu bieten, doch ihre Rolle kann man nur als Witz betrachten. Mehr Action und weniger Familie hätten dem Film besser getan. Das es auch ordentlich geht zeigen die Szenen, in denen Costner einen Ganoven foltert, dabei aber von seiner Tochter per Handy gestört wird. Kurzum: "3 Days To Kill" muss man sich im Kino nicht geben.

Kino-Info: In der Filmpassage gab es heute eine Privatvorstellung für mich: So hatte ich das ganze Kino 5 für mich allein.

Kinostart: 8.5.2014
Action, Drama, Thriller
116 Min.
FSK: 12
27

 

 
Labor Day

Labor Day 

Regie: Jason Reitman. Darsteller:  Kate Winslet (Adele), Josh Brolin (Frank), Gattlin Griffith (Henry), Tobey Maguire (Älterer Henry), Tom Lipinski (Jüngerer Frank)

Inhalt: 1987 in einer Kleinstadt in Massachusetts: Die alleinerziehende Mutter Adele und ihr 13-jähriger Sohn Henry führen ein einigermaßen normales Leben. Doch Adele fühlt sich vereinsamt, seit ihr Mann sie verlassen hat. Eines Tages trifft sie im lokalen Supermarkt einen verletzten Fremden, Frank. Er zwingt Adele, ihn mit in ihr Zuhause zu nehmen und dort zu verstecken. Es wird klar, dass Franks Verletzung vom Sprung aus dem Gefängniskrankenhaus stammt – der Mann entpuppt sich als ein zu 18 Jahren Haft verurteilter Mörder auf der Flucht vor der Polizei. Zwischen Adele und ihrem ungebetenen Gast entwickelt sich jedoch schon bald eine besondere Beziehung, aus der in kurzer Zeit Liebe wird, auch Henry akzeptiert Frank schnell.

Mein Eindruck: Jason Reitman hat in seiner bisherigen Karriere 4 Top-Filme abgeliefert: "Thank You For Smoking", "Juno", "Up in the Air" und "Young Adult". Jetzt wirft man ihm vor, dass sein neusten Werk "Labor Day" doch deutlich abfällt. Dem kann ich nicht zustimmen, mir hat der Streifen gut gefallen. Allerdings liefert Reitman dieses Mal ein schwülstiges Drama ab, dass aus einem trivialen Liebesroman entsprungen sein könnte - kein schwarzer Humor mehr wie in "Juno". Der Film ist wegen seiner Besetzung sehenswert: Kate Winslet spielt die depressive Adele hervorragend. Nach ihrem 'Ausrutscher' in "Divergent" zeigt sie wieder ihre darstellerische Klasse. Josh Brolin ("Oldboy") hält sich in seiner Darstellung sehr zurück, er kommt als entflohener Sträfling meist sachlich und emotionslos rüber. Auch Gattlin Griffith als 13jähriger Sohn spielt erstaunlich introvertiert und gefällt in seiner Rolle. Ein Wort zu Tobey Maguire: Der spielt den älteren Henry und ist nur am Ende ein paar wenige Minuten auf der Leinwand zu sehen. "Labor Day" ist ein ruhiger, unaufgeregter Film, der die entscheidenden Tage einer Beziehung beschreibt, die es gar nicht hätte geben sollen.

Kino-Info: In der Nachmittagsvorstellung im Cinemaxx 10 verirrten sich 5 Leute.

Kinostart: 8.5.2014
Drama
112 Min.
FSK: 6
26

 

 
Trancendence

Transcendence 

Regie: Wally Pfister. Darsteller: Johnny Depp (Will Caster), Rebecca Hall (Evelyn Caster), Paul Bettany (Max Waters), Cillian Murphy (Agent Anderson), Kate Mara (Bree), Morgan Freeman (Joseph Tagger), Cole Hauser (Colonel Stevens)

Inhalt: Der renommierte Wissenschaftler Dr. Will Caster arbeitet gemeinsam mit seiner Frau Evelyn auf dem Gebiet der technologischen Singularität. Durch die Erschaffung eines Computersystems, dessen komplexe Verschaltungen wie menschliche Gehirne funktionieren, streben sie die Transzendenz künstlicher Intelligenz an. Ein technologischer Quantensprung, der ihnen zwar viel Lob einbringt, sie jedoch auch zur Zielscheibe von fanatischen Technik-Skeptikern macht. Bei einem Überfall auf das Labor wird Will tödlich verletzt. Hin und her gerissen zwischen Liebe und Forscherdrang führt Evelyn eine drastische Maßnahme durch: Gemeinsam mit dem Forscher Max Waters, einem engen Freund und Kollegen ihres Mannes, verbindet sie Wills unversehrtes Gehirn mit dem Computersystem und überträgt seine Informationen auf den Rechner. Ein Experiment mit unvorhersehbaren Folgen.

Mein Eindruck: Johnny Depp ist ein beliebter Schauspieler, der die Leute in die Kinos zieht. Allerdings hat er in letzter Zeit einige kommerzielle Flops hingelegt (z.B. "Lone Ranger"), er scheint so langsam den Status eines Kassenmagneten zu verlieren. Auch sein neuster Film "Transcendence" ist für mich kein Highlight und ich kann die miesen Kritiken teilweise verstehen. Die Story um einen genialen Wissenschaftler, der seinen Geist in den Computer transferiert, ist nicht übel. Dummerweise kam bei mir in keiner Minute irgendeine Spannung auf, auch weil mir die Darsteller schlicht und ergreifend vollkommen egal waren. Die Besetzung kann sich sehen lassen, das ist kein Thema. Morgan Freeman ("Last Vegas"), der immer einen Film aufwertet, kann dieses Mal nicht viel zur Verbesserung beitragen. Rebecca Hall ("Vicky Cristina Barcelona") hat als Frau von Johnny Depp den größeren Part und sie spielt ihre Rolle gut, aber es kommt überhaupt keine Sympathie für sie bzw. ihren Mann auf. So plätschert der Film dahin und dahin und dahin. Erschwerend kommt hinzu, dass es kaum Höhepunkte gibt. Selbst am Ende, wenn sich die Sache zuspitzt, bleiben Highlights in punkto Spannung oder Action aus. Optisch ist der Film nicht schlecht, kein Wunder, denn Regisseur Wall Pfister war vorher als Kameramann bei "The Dark Knight" oder "Inception" unterwegs. Trotzdem ist "Transcendence" für mich ein Flop, weil er es nicht versteht, die Story ordentlich und spannend auf die Leinwand zu bringen.

Kino-Info: Am Tag der Arbeit war Kino 4 gut besucht, obwohl der Film schon seit einer Woche läuft. Wieder mal 30 Minuten Werbung + Trailer bis zum Filmstart...

Kinostart: 24.4.2014
Sci-Fi, Thriller, Drama
120 Min.
FSK: 12
25

 

 
Zulu

Sneak Preview: Zulu 

Regie: Jérome Salle. Darsteller: Orlando Bloom (Brian Epkeen), Forest Whitaker (Ali Sokhela), Tanya van Graan (Tara), Natasha Loring (Marjorie), Roxanne Prentice (Judith Botha), Sven ruygrok (David Epkeen)

Inhalt: Als Kind ist Ali Neuman nur knapp einem Mordanschlag durch die Inkhata, einer militanten Partei in Südafrika, entgangen. Nur er und seine Mutter überlebten das Gemetzel jener Jahre, doch seine Seele hat einige Narben davongetragen. Heute ist Ali der Leiter der Mordkommission bei der Polizei in Kapstadt. Zu seinen Leuten gehört auch Brian Epkeen, ein weißer Cop, dessen Familie damals an der Etablierung der Apartheid beteiligt war. Doch die beiden kommen gut miteinander klar, und gemeinsam müssen den Kampf gegen eine neue Droge aufnehmen, die in den Straßen für Mord und Chaos sorgt.

Mein Eindruck: Über "Zulu" hab ich erst vor kurzem was gelesen. Der Trailer sieht auch gut aus, also hatte ich gehofft, dass der Film als Sneak gezeigt wird. Und genau so ist es gekommen. "Zulu" ist die Geschichte zweier unterschiedlicher Cops in Südafrika. Zum einen haben wir Ali, gespielt von Forest Whitaker ("Der Butler"). Er ist der Leiter der Mordkommission, ein Schwarzer mit Hintergrund, der während des Films durch die Hölle gehen wird. Zum anderen haben wir Orlando Bloom ("Herr der Ringe"), der als versoffener weißer Cop Brian mehr als fertig ist: Seine Frau ist abgehauen, sein Sohn hasst ihn und er dröhnt sich jeden Abend zu. Die beiden bekommen es mit einem Fall zu tun, der den Rahmen sprengt und der alles von ihnen abfordert. Okay, die Story ist konstruiert, aber das Gute an dem Film ist, dass das eigentlich egal ist. Whitaker und Bloom liefern exzellente schauspielerische Leistungen ab. Vor allem Orlando Bloom spielt sehr gut gegen sein Image an und spielt den abgefuckten Cop absolut überzeugend. Je länger der Film geht, desto härter wird er. Sehr gut ist die Location in Südafrika: Von Luxusvillen der Reichen über Townships und kilometerlange Sandstrände - "Zulu" bietet optisch eine reichliche Palette. Irgendwie erinnert "Zulu" an "Lethal Weappon", aber nur von der harten Seite, denn Humor gibt es bei "Zulu" nicht.

Kino-Info: Die Sneak in Kino 8 war ganz ordentlich besucht. Heute gab es nur Fragen zu Filmzitaten. Und der Film war genau der, den ich mir gewünscht hätte.

Kinostart: 8.5.2014
Thriller, Krimi, Drama
110 Min.
FSK: 18
24

 

 
Dom Hemingway

Dom Hemingway 

Regie: Richard Shepard. Darsteller: Jude Law (Dom Hemingway), Richard E. Grant (Dickie Black), Demian Bichir (Mr. Fontaine),  Emilia Clarke (Evelyn), Kerry Condon (Melody)

Inhalt: Nachdem er zwölf Jahre im Gefängnis verbracht hat, ist der notorische Safe-Knacker Dom Hemingway zurück in seiner Heimatstadt London. Sofort macht sich Dom zusammen mit seinem einstigen Partner Dickie daran, das Geld aus ihrem bis dato letzten Coup zurückzufordern – die Beute befindet sich aktuell im Besitz von Doms Ex-Boss Mr. Fontaine. Zusätzlich erwartet der frisch entlassene Kriminelle eine Belohnung dafür, zwölf Jahre lang den Mund gehalten und Fontaine nicht verraten zu haben. Allerdings vertritt der cholerische Dom diese Forderung nicht gerade auf diplomatische Weise und erreicht so das Gegenteil von dem, was er wollte. Die Situation droht zu eskalieren, als der Kleingauner sich auch noch an Fontaines Geliebte Paolina heranmacht.

Mein Eindruck: "Dom Hemingway" ist komplett auf seinen Hauptdarsteller Jude Law zugeschnitten. In "Grand Budapest Hotel" spielte er noch einen zurückhaltenden Schriftsteller, jetzt lässt er so richtig die Sau raus. Kleinganove Dom ist ein schräger, zynischer, asozialer Drecksack, der immer sagt, was er denkt, auch wenn das ihm Probleme einbringt. Er lebt schnell und hart, ohne Rücksicht auf Verluste und er hat nach 12 Jahren Knast so einiges nachzuholen. Dom Hemingway ist eine komplett anderer Rolle für den 'Schönling' Jude Law ("Liebe braucht keine Ferien"), in der er sich so richtig austoben kann und deswegen auch einige Kilos zugelegt hat. Die Handlung ist recht übersichtlich: DOm Hemingway versucht nach seinen Knastjahren wieder auf die Füße zu kommen, was ihm nicht wirklich gelingt. Auch in der Beziehung zu seiner Tochter herrscht Eiszeit. Doch Dom steckt niemals auf. Neben Jude Law ist noch Richard E. Grant ("Alles einen Frage der Zeit") und Demian Becir ("Machete Kills") zu sehen, doch gegen Dom Hemingway verblassen ihre Rolle etwas. Ich habe bei "Dom Hemingway" meinen Spaß gehabt. Außerdem gibt es eine legendäre Szene, die ich schlicht und ergreifend genial finde (ohne zu viel zu verraten: die fliegende Hand).

Kino-Info: Im kleinen Sabu waren mehr Zuschauer als ich erwartet hatte. Trotzdem war noch viel Platz.

Kinostart: 17.4.2014
Kömödie, Krimi, Drama
93 Min.
FSK: 16
23

 

 
Grand Budapest Hotel

Grand Budapest Hotel 

Regie: Wes Anderson. Darsteller: Ralph Fiennes (M. Gustave), Tony Revolori (Zero), F. Murray Abraham (Mr. Moustafa), Adrien Brody (Dmitri), Willem Dafoe (Jopling), Jeff Goldblum (Deputy Kovacs), Jude Law (Young Writer), Saoirse Ronan (Agatha), Edward Norton (Henckels), Léa Seydoux (Clotilde), Bill Murray (M. Ivan), Tilda Swinton (Madame D.)

Inhalt: Gustave H. ist der legendäre Concierge des Grand Budapest Hotel im Alpenstaat Zubrowka. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts baut er eine enge Freundschaft zu einem jungen Hotelangestellten namens Zero auf, der sein engster Vertrauter und Protégé wird. Als Gustaves Geliebte, die reiche 84-jährige Madame D., stirbt und ihm ein wertvolles Renaissance-Gemälde hinterlässt, wird dem Concierge Mord unterstellt. Er weiß sich schließlich nicht mehr anders zu helfen und flieht. Nun verfolgen ihn nicht nur die Verwandten der Toten mit dem hinterlistigen Dmitri, sondern auch Polizist Henckels und seine Leute.

Mein Eindruck: Der neue Film von Wes Anderson lief gerade mal 10 Minuten, da wusste ich, dass der Streifen ein Highlight für mich sein wird. Wer Wes Anderson kennt, der weiß natürlich, dass die Optik immer ein Genuss ist. Jeder Film (wie "Royal Tenenbaums" oder "Darjeeling Limited") wird durch seinen einzigartigen Stil geprägt. Der ist natürlich ganz schön schräg und abgefahren, aber genau das erwartet man auch. Außerdem kommen in seinen Streifen immer jede Menge bekannter Schauspieler vor: Bill Murray, Jason Schwartzman, Tilda Swinton oder Owen Wilson haben nur kleine Auftritte - aber die Mimen reißen sich darum, in seinen Filmen mitzuspielen. Ralph Fiennes ("Skyfall") spielt als Concierge Gustave H. (fast ) die Rolle seines Lebens. Man kann seine Darstellung kaum beschreiben, man muss es gesehen haben. Sehr gut ist auch der Newcomer Tony Revolori als Zero, der Lobby Boy. Es gibt so viele tolle Szenen, die ich hier erwähnen möchte: Von Beginn des Lutz Blitzkrieges über einen der außergewöhnlichsten Gefängnisausbrüche in der Kinogeschichte bis hin zu dem wertvollsten Gemälde überhaupt "Junge mit Apfel". Man wird als Zuschauer mit so viele Details bombardiert, die man im Kino gar nicht alle verarbeiten kann (da muss später mal die Blu-ray herhalten). "Grand Hotel Budapest" ist ein Highlight in diesem Kinojahr und ich bin froh, den noch im Kino gesehen zu haben - immerhin ist der schon in der sechsten Woche.

Kino-Info: In der sechsten Woche ist es im Astra nicht gerade voll. Aber sechs Wochen im großen Saal ist nicht zu verachten.

Kinostart: 6.3.2014
Drama, Kömödie
101 Min.
FSK: 12
22

 

 
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand 

Regie: Felix Herngren. Darsteller: Robert Gustafsson (Allan Karlsson), Iwar Wiklander (Julius), David Wiberg (Benny), Mia Skäringer (Gunilla), Jens Hultén (Gäddan), Alan Ford (Pim)

Inhalt: Nach einem langen und ereignisreichen Leben landet Allan Karlsson im Altenheim – er glaubt, dass seine Tage gezählt sind und langweilt sich zu Tode. An seinem 100. Geburtstag beschließt der Senior, der sich immer noch bester Gesundheit erfreut, der Ödnis des Heims zu entfliehen und klettert kurzerhand aus dem Fenster. Es folgt eine Reihe unerwarteter Ereignisse, die ihn auf eine lange Reise führen. Auf dieser trifft er eine Gruppe Schwerkrimineller, findet einen Koffer voll Geld, begegnet einem Elefanten, macht Bekanntschaft mit einem inkompetenten Polizisten und findet neue Freunde. Für Allan ist all dies jedoch nichts wirklich Außergewöhnliches, denn es stellt sich heraus, dass er an einem Großteil der bedeutendsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts beteiligt war - mal mehr und mal weniger direkt.

Mein Eindruck: Es ist so eine Sache mit dem Hunderjährigen: Der Trailer zu dem Film sieht sehr viel versprechend aus und das gleichnamige Buch ist ein Bestseller. Ich kenne das Buch nicht und so bin ich ganz unbedarft an den Film rangegangen. Ein Bekannter von mir hat mich aber gewarnt, dass der Film Schrott sei und das der in keiner Sekunde mit dem Buch mithalten kann. Egal, davon lasse ich mich nicht abschrecken und so komme ich selber zu dem Schluß: Der Film ist Schrott! Dabei ist die Geschichte um den rüstigen Rentner - so eine Art schwedischer Opa von Forrest Gump - sehr interessant. In seinem langem Leben hat er die Weltgeschichte mitgeschrieben und einige berühmte Personen der Geschichte (Franco, Stalin) kennengelernt. Der Streifen pendelt zwischen dem Jetzt und der Erinnerung des Alten hin und her. Das Jetzt ist auch nicht ohne, denn Allans Ausflug endet für einige Leute tödlich und ein Koffer voller Geld stiftet einige Verwirrung. Wie gesagt, das hört sich alles ganz gut an - doch leider ist die Umsetzung nicht gelungen. Je länger der Film dauert, je langweiliger wird er. Als Zuschauer nimmt man kaum Anteil an Allans kuriosen Leben. Man hat mir gesagt, dass komplette Sequenzen aus dem Buch fehlen, und so kann ich mir jetzt erklären, warum man keinen richtigen Zusammenhang zwischen den ganzen Erinnerungen erkennen kann. Dann kommen noch recht unsympathische Figuren dazu wie z.B. der nervige, inkompetente Polizist. "Der Hundertjährige..." ist trotz schräger Story und zynischem Humor (darauf stehe ich) leider ein Rohrkrepierer. Einige gute Szenen (z.B. die Sprengung des Lebensmittelhändlers) machen leider den schlechten Gesamteindruck nicht wett.

Kino-Info: In der vierten Woche läuft der Hundertjährige noch in einem kleinen Kino, das mäßig gefüllt ist. Was in Erinnerung bleibt: Die Frau mit der fiesen Lache!

Kinostart: 20.3.2014
Drama, Kömödie, Abenteuer
115 Min.
FSK: 12
21

 

 
Die Bestimmung - Divergent

Sneak Preview: Die Bestimmung - Divergent 

Regie: Neil Burger. Darsteller: Shailene Woodley (Tris), Theo James (Four), Ashley Judd (Natalie), Jai Courtney (Eric), Kate Winslet (Jeanine), Ray Stevenson (Marcus), Miles Teller (Peter), Zoë Kravitz (Christina), Maggie Q (Tori)

Inhalt: In einer Welt, in der Menschen auf Basis ihrer Tugenden in fünf verschiedene Fraktionen aufgeteilt werden, erhält Tris Prior nach ihrem Eignungstest kein eindeutiges Ergebnis. Sie trägt mehrere widerstreitende Begabungen in sich und ist somit eine Unbestimmte. Aus Angst ausgestoßen zu werden, verschweigt sie ihr Testergebnis und schließt sich den wagemutigen Ferox an. Doch schnell kommt sie hinter eine Verschwörung gegen die Unbestimmten, die von Jeanine, der Anführerin der Ken, angefacht wird. Tris muss lernen, dem geheimnisvollen Four zu vertrauen, um herauszufinden, was die Unbestimmten für das System so gefährlich macht, bevor es für alle zu spät ist.

Mein Eindruck: In der Sneak vom Montag gab es einen Film, der schon einige Tage später in Deutschland im Kino startet: "Die Bestimmung - Divergent". Der Film von Regisseur Neil Burger ("Ohne Limit") präsentiert eine Zukunftsvision, in der es den Menschen scheinbar gut geht. Doch Gefahr ist im Verzug und nur eine Außenseiterin kann die Menschheit retten. Wieder einmal kommt eine Verfilmung einer Fantasy-Jugendromans auf die große Leinwand. "Die Tribute von Panem", "Chroniken der Unterwelt" oder "Vampir Academy" - alle Filme liegen auf einer Wellenlänge. Dumm ist nur, dass ich mit dem Genre wenig anfangen kann. In "Divergent" (Originaltitel) muss die Junge Tris bei den verrückten Ferox beweisen, dass sie Eier hat. Hauptdarstellerin Shailene Woodley ("The Descendants") spielt die junge Kämpferin sehr gut, doch gegen die stereotypen Charaktere kann sie nichts ausrichten: da gibt es den beinharten Ausbilder, ein Mädchen-Kumpel oder der große, schweigsame Liebhaber - 08/15 im zukünftigen Chicago. Außerordentlich schlecht ist die Rolle von Kate Winslet als intrigante Candor-Anführerin: Für mich ist das ihre mieseste Rolle in ihrer Karriere. Handwerklich kann man über den Streifen nicht meckern. Wer sich mit der Handlung anfreunden kann, der wird mit "Die Bestimmung" gut leben können.

Kino-Info: Die Sneak war dieses Mal im großen Kino 2 (sehr gut), es waren ordentlich Zuschauer da und Carsten hat wieder moderiert - alles im Lack.

Kinostart: 10.4.2014
Action, Fantasy, Sci-Fi
139 Min.
FSK: 12
20

 

 
Noah (3D)

Noah (3D) 

Regie: Darren Aronofsky. Darsteller: Russell Crowe (Noah), Jennifer Connelly (Naameh), Ray Winstone (Tubal-cain), Anthony Hopkins (Methuselah), Emma Watson (Ila), Logan Lerman (Ham), Douglas Booth (Shem)

Inhalt: Die Erde ist dem Untergang geweiht - verurteilt zur Zerstörung durch eine gigantische Sintflut. Nur einer ist von Gott auserwählt, das Unmögliche zu schaffen und alles irdische Leben vor der Apokalypse zu retten. Er ist dabei erhaben über Naturgewalt, menschliche Verschwörungen und Hoffnungslosigkeit. Sein Name: Noah. Doch das Ende der Welt ist für Noah, seine Frau Naameh, seine Söhne Ham und Shem sowie ihre Freundin Ila erst der Anfang eines epischen Abenteuers auf der Suche nach einem Zeichen am Horizont, das neues Leben verspricht.

Mein Eindruck: Noah und seine Arche ist auch Atheisten ein Begriff, jeder hat schon mal in groben Zügen von der Geschichte gehört. Nun hat sich Regisseur Darren Aronofsky ("Black Swan") des Themas angenommen und einen Film kreiert, der nicht wirklich bibelfest ist, sondern nur Aspekte der Sintflut beschreibt. Für mich ist "Noah" ein Mix aus tiefreligiösem Geseier und "Herr der Ringe". Vor allem die 'Wächter', ehemalige Lichtgestalten und nun verschrumpelte Steinmonster, haben mich irgendwie an Baumbart und Konsorten erinnert. Immerhin brauchte Noah Hilfe beim Bau seiner Arche, und so kamen diese Wächter gerade richtig. Man merkt schon, dass mir der Film nicht gefallen hat. Biblische Themen kommen bei mir heutzutage nicht ab, gegen alte Schinken wie "Die 10 Gebote" oder "Ben Hur" ist nichts zu sagen - Hauptsache Charlton Heston spielte mit. Noah, gespielt von "Gladiator" Russell Crowe, ist kein Charakter, der die Zuschauer auf seine Seite zieht. Je länger der Bau der Arche dauert, je abgedrehter wird er. Immerhin kann der Streifen mit namhaften Schauspielern aufwarten: Oscar-Preisträger Anthony Hopkins ("Das Schweigen der Lämmer") spielt Methusalem, 'Harry Potter Hermine" Emma Watson ist als adoptierte Tochter unterwegs und Noahs Frau Naameh wird gespielt von Jennifer Connelly, die mit Russell Crowe bereits "A Beautiful Mind" gedreht hat. Wie gesagt, das ganze biblische Drumherum ist nicht mein Ding und deshalb konnte der Film nie bei mir gewinnen. Auch die Sintflut an sich ist sehr schnell zu Ende und kann tricktechnisch wenig überzeugen. So auch 3D: Einige Effekte sind ganz nett, aber vor allem die Arche-Innenszenen sind komplett platt. Immerhin konnten wir uns mit einigen Insider-Gags ("Hol 'nen neuen Vogel") den Film verschönern, was aber nicht davon ablenken soll, dass "Noah" für mich ein kompletter Rohrkrepierer ist.

Kino-Info: Am Start-Donnerstag war das große Kino 1 halbwegs gefüllt. Wieder macht das Cinemaxx eine Pause, die kein Mensch braucht.

Kinostart: 3.4.2014
Abenteuer, Fantasy
138 Min.
FSK: 12
19

 

 
Her

Her 

Regie: Spike Jonze. Darsteller: Joaquin Phoenix (Theodore), Scarlett Johansson (Samantha [Stimme]), Amy Adams (Amy), Olivia Wilde (Blind Date), Rooney Mara (Catherine), Portia Doubleday (Isabella), Matt Letscher (Charles)

Inhalt: Los Angeles in naher Zukunft: Der hochsensible Theodore lebt davon, anrührende persönliche Briefe für andere Menschen zu verfassen. Seine gescheiterte langjährige Beziehung hat ihm das Herz gebrochen - umso aufgeschlossener reagiert er auf sein neues Betriebssystem, das ihm als intuitive, eigenständige Persönlichkeit angepriesen wird. Als Theodore das System startet, lässt er sich von "Samanthas" freundlicher Stimme bezaubern, denn sie stellt sich mit viel Verständnis, Sensibilität und erstaunlichem Humor auf ihn ein. Samanthas und Theodores Bedürfnisse und Sehnsüchte ergänzen sich, entwickeln sich weiter, ihre Freundschaft wird intensiver - bis sie sich schließlich ineinander verlieben.

Mein Eindruck: Die Geschichte von einem Mann, der sich in die Stimme seines Handys/Computers verliebt, hört sich ziemlich dämlich an. Doch hinter der Story steckt Spike Jonze und wenn man weiß, wer das ist, dann sieht die Sache ganz anders aus. Jonze begann seine Kariere als Musicvideo-Regisseur (u.a. für Fatboy Slim oder Daft Punk). Sein erster Spielfilm war "Being John Malkovich". Wer den kennt und gut findet, der kann sich sein neustes Werk "Her" ohne Bedenken anschauen. Jonze' Streifen zeigt das einsame Leben von Theodore in naher Zukunft. Handys bzw. Smartphones gibt es nicht mehr, man steckt sich einen kleinen Stecker ins Ohr und kann damit per Sprachsteuerung seine ganzen Daten (Mails, News etc.) verwalten. Theodore probiert ein neues OS (= Operating System) aus, dass ganz auf die Wünsche des Users eingeht und dabei intuitiv lernt. Die Stimme mit dem Namen Samantha verändert sein Leben. Er lernt sie immer weiter kennen, es entsteht eine Freundschaft und dann sogar eine Liebesbeziehung. Diese Stimme kommt übrigens von Scarlett Johansson bzw. ihrer deutschen Synchronstimme. Der Star des Films ist natürlich Hauptdarsteller Joaquin Phoenix, der zurecht für seine Rolle für einen Oscar nominiert wurde (und natürlich nicht gewann). Er spielt die Figur des Theodore sehr eindringlich und man nimmt ihm jeden Moment seines komplizierten Gefühlslebens ab. Amy Adams, ebenfalls Oscar-Verliererin (für "American Hustle") spielt eine kleine, feine Nebenrolle als seine Nachbarin. "Her" ist so wie so ein Frauenfilm, denn abgesehen von Joaquin Phoenix spielen die Frauen die besten Rollen. So sieht man Olivia Wilde ("Rush"), Rooney Mara ("Verblendung") und Portia Doubleday ("Carrie") in weiteren Rollen. "Her" ist bestimmt nicht Jedermanns Sache, ich kann damit sehr gut leben.

Kino-Info: Im Eulenspiegel war trotz Kinotag nicht viel los, der Frühling lockt die Leute mehr nach draußen.

Kinostart: 27.3.2014
Drama, Lovestory
126 Min.
FSK: 12
18

 

 
The Return of the First Avenger (3D)

The Return of the First Avenger (3D) 

Regie: Anthony & Joe Russo. Darsteller: Chris Evans (Steve Rogers /Captain America), Samuel L. Jackson (Nick Fury), Scarlett Johansson (Natasha Romanoff /Black Widow), Robert Redford (Alexander Pierce), Sebastian Stan (Bucky Barnes/Winter Soldier), Anthony Mackie (Sam Wilson/Falcon), Cobie Smulders (Maria Hill)

Inhalt: Steve Rogers alias Captain America entscheidet sich, seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit S.H.I.E.L.D. und Natasha Romanoff alias Black Widow im Hier und Heute fortzusetzen. Er lebt zurückgezogen in Washington und tut sein Bestes, sich an die moderne Welt zu gewöhnen. Doch als ein S.H.I.E.L.D.-Agent unter Beschuss gerät, wird Steve in ein Netz von Intrigen verwickelt, das eine Gefahr für die ganze Welt darstellen könnte. Mit Black Widow an seiner Seite versucht Captain America verzweifelt, die sich weiter verdichtende Verschwörung aufzudecken. Gemeinsam sehen sie sich schon bald einem so unerwarteten wie gefährlichen Gegner gegenüber - dem Winter Soldier.

Mein Eindruck: Ich hatte einiges von dem zweiten Captain America-Abenteuer erhofft und kann jetzt kurz und knapp sagen: Durchschnitt. Im Vergleich zu seinem Vorgänger "Captain America" aus dem Jahre 2011 lässt man es im zweiten Teil ordentlich krachen, was gerade im letzten Drittel in 3D ganz gut rüberkommt. Trotzdem kam während des Film kaum Stimmung bzw. Spannung auf. Wieder sind die üblichen Verdächtigen am Start: Scarlett Johansson ist als Black Widow unterwegs, doch ich habe sie schon mal besser gesehen. Dafür hat Samuel L. Jackson als Nick Fury einen größeren Part abgekriegt, den er - wie gewohnt - meistert. Robert Redford als intrigantes S.H.I.E.L.D.-Chefgesicht wirkt für mich irgendwie fehl am Platze, er hat mich so gar nicht überzeugt. Ein neues Gesicht liefert Anthony Mackie ("Pain & Gain") als Falcon. Doch er fungiert mehr als Stichwortgeber für den Captain. Und gegen wen muss sich der Captain im zweiten Teil rumschlagen? Wieder gegen die Hydra. Die wurde zwar in Teil 1 zerschlagen, aber doch wohl nicht so wie gedacht. Außerdem hätte ein wenig mehr Spaß als Ernst dem Film gut getan. Kurzum: "The Return of the First Avenger" ist zeitgemäßes Hollywood-Popkorn-Kino, das zwar halbwegs unterhält, aber keine Begeisterungsstürme entfacht.

Kino-Info: Sonntagnachmittag war trotz des guten Wetters Kino 7 mehr gefüllt als ich dachte. 3D war ganz okay.

Kinostart: 27.3.2014
Comic, Action
136 Min.
FSK: 12
17

 

 
Lone Survivor

Lone Survivor 

Regie: Peter Berg. Darsteller: Mark Wahlberg (Marcus Luttrell), Taylor Kitsch (Michael Murphy), Emile Hirsch (Danny Dietz), Ben Foster (Matt 'Axe' Axelson), Eric Bana (Erik Kristensen)

Inhalt: Afghanistan 2005: Vier Soldaten der US-Spezialeinheit Navy Seals werden mit der Aufgabe, den Aufenthaltsort eines führenden Taliban-Kämpfers zu verifizieren, auf eine Beobachtungsmission in die Berge der afghanischen Provinz Kunar entsendet. Als die Männer bei ihrem Einsatz eine folgenschwere moralische Entscheidung treffen müssen, überschlagen sich die Ereignisse: Kommunikativ abgeschnitten von ihrer Einheit sehen sich die Soldaten innerhalb kürzester Zeit einer Übermacht von Taliban-Kämpfern gegenüber. Ohne jeden Ausweg müssen sie sich in dem unwegsamen Gebiet der Berge Afghanistans einem aussichtslosen Kampf stellen.

Mein Eindruck: Regisseur Peter Berg, der zuletzt mit "Battleship" 2012 im Kino zu sehen war, hat mit seinem "Lone Survivor" richtig Kasse gemacht: Der 40-Millionen-Dollar teure Kriegsfilm spielte Anfang des Jahres schon mehr als das dreifache wieder ein. Außerdem gab es zwei Oscar-Nominierungen für Ton & Tonschnitt. Der Film basiert auf dem Tatsachenbericht des ehemaligen Navy Seals Markus Luttrell. Er und drei weitere Seals sind 2005 in Afghanistan auf einer Mission mit Taliban-Kämpfern zusammengetroffen. Nur er hat die Sache lebend überstanden, was man am Titel "Lone Survivor" bereits ablesen kann. Der Film ist (natürlich) ein patriotischer Streifen, denn im ersten Drittel wird viel Werbung für das Marine-Corp gemacht. Doch als die Mission scheitert und der Feindkontakt beginnt zeigt "Lone Survivor" gnadenlose Kämpfe und Schießereien, die den Zuschauer mitten ins Geschehen reinziehen. So eine intensive Darstellung sieht man selten im Kino. Es ist zwar schon erstaunlich, was die Seals so alles abkönnen (Schusswunden, offene Brüche, Kopfverletzungen), aber irgendwie nimmt man das hin, denn die Action treibt die Story weiter und weiter. Mark Wahlberg spielt die Hauptrolle des Marcus Luttrell in seiner gewohnten Weise. Seine Kumpel Taylor Kitsch ("John Carter"), Emile Hirsch ("Into The Wild") und Ben Foster ("The Mechanic") gefallen als Elitesoldaten. "Lone Survivor" ist auf jeden Fall einen Blick wert, auch für Pazifisten...

Kino-Info: Am Start-Donnerstag (Frühlingsanfang) war das Wetter zu gut, also verirren sich in Kino 3 relativ wenige Zuschauer.

Kinostart: 13.3.2014
Krieg, Action
122 Min.
FSK: 16
16

 

 
Pompeii (3D)

Pompeii (3D) 

Regie: Paul W.S. Anderson. Darsteller: Kit Harington (Milo), Carrie-Anne Moss (Aurelia), Emily Browning (Cassia), Adewale Akinnuoye-Agbaje (Atticus), Kiefer Sutherland (Corvus)

Inhalt: 79 n. Chr. herrschen Macht und Intrigen im römischen Reich. Brot und Spiele stehen an der Tagesordnung. Sklave Milo kämpft als Gladiator in römischen Arenen um sein Leben und trifft dabei auf die hübsche und wohlhabende Cassia. Doch der einflussreiche und skrupellose Senator Corvus, mit dem Milo eine grausame Vergangenheit verbindet, hat ebenfalls ein Auge auf das Mädchen geworfen. Die zarte aber verbotene Liebe zwischen dem Sklaven und der Bürgerstochter ist somit dem Untergang geweiht. Doch dann regt sich der Vesuv und während eine der bis heute größten Naturkatastrophen ihren Lauf nimmt, kämpft Milo um seine Freiheit, das Überleben und seine große Liebe.

Mein Eindruck: Regisseur Paul W.S. Anderson ist bekannt für 'bodenständige' Action-Filme wie "Resident Evil: Afterlife" oder "Death Race". Von da her habe ich bei seinem neusten Werk "Pompeii" keine filigrane Figurenzeichnung oder eine intelligente Story erwartet. Vielmehr erzählt er eine actionreiche Liebesgeschichte zwischen einem Gladiator und eine reichen Kaufmanns-Tochter, die dummerweise durch den Vulkanausbruch des Vesuv gestört wird. "Pompeii" ist ein Crossover von "Gladiator" und "Titanic". Milo (Kit Harrington) hat sich als Gladiator unter dem Namen 'Der Kelte' einen Namen gemacht, ebenso wie schon Jahre zuvor Russell Crowe als 'Spanier'. Von Londinium aus wird er nach Pompeii verfrachtet, damit sein Herr mehr Kohle für Gladiatorenkämpfe einstreichen kann. Nach einer kurzen Begegnung mit Cassia (Emily Browning) fallen die beiden sofort in eine (unerfüllte) Liebesgeschichte - Kate und Leo lassen grüßen, denn in 'Titanic' passten die beiden von ihrem Stand her auch nicht zusammen. Super ist der Rolle des Kiefer Sutherland als diabolischer Senator Corvus: er spielt diesen eindimensionalen Charakter so übertrieben, dass es wieder kultig ist. Kommen wir zum Punkt: Natürlich ist der Vulkanausbruch in 3D das Highlight des Films. Anderson lässt es ordentlich krachen, sei es durch Feuerbälle, Riesenwellen oder Magma-Eruption. In den Wirren des Ausbruchs entstehen zahlreiche unlogische, aber unterhaltsame Actionsequenzen, und das ist es eben, was den Film ausmacht. "Pompeei" hat mich ganz gut unterhalten, nicht mehr und nicht weniger. 

Kino-Info: Der Film läuft schon einige Wochen und deshalb war das Kino mit 4 Leuten spärlich besetzt.

Kinostart: 27.2.2014
Historie, Action, Drama
105 Min.
FSK: 12
15

 

 
Non-Stop

Non-Stop 

Regie: Jaume Collet-Serra. Darsteller: Liam Neeson (Bill Marks), Julianne Moore (Jen Summers), Scott McNairy (Tom Bowen), Michelle Dockery (Nancy), Nate Parker (Zack White), Corey Stoll (Austin), Lupita Nyong'o (Gwen)

Inhalt: Bill Marks, langgedienter U.S. Federal Air Marshal, ist seinen Job über den Wolken leid. Doch der heutige Transatlantikflug wird für den Sicherheitsbeamten alles andere als routiniert: Kurz nach dem Start erreichen Marks Textnachrichten von einem Fremden. Solange nicht 150 Mio $ auf ein geheimes Konto geflossen sind, droht der unbekannte Absender alle 20 Minuten einen Passagier zu töten. Als sich herausstellt, dass das Konto auf Marks' Namen läuft und an Bord eine Bombe auftaucht, gerät die Situation außer Kontrolle. Plötzlich steht Marks selbst unter Verdacht das Flugzeug zu entführen. Ihm bleiben nur wenige Stunden, um die Katastrophe abzuwenden und das Leben der 200 Passagiere zu retten.

Mein Eindruck: Liam Neeson bekam 1994 eine Oscar-Nominierung für "Schindlers Liste", doch in den letzten Jahren hat sich der 62-jährige einen Ruf als Action-Darsteller gemacht. Vor allem sein "96 Hours" ist bei Fans hoch angesehen. Nun kommt er wieder mit einen Thriller ins Kino, der recht viel versprechend aussieht. In "Non-Stop" spielt Neeson einen abgewrackten Air-Marshall, der auf dem Flug nach London sein ganzes Können aufbringen muss, um einen Terroristen zur Strecke zu bringen. Abgesehen von den Anfangs-Szenen im Flughafen spielt der Film komplett im Flugzeug. Da muss die Spannung hoch gehalten werden, damit es nicht langweilig wird. Das schafft der Film ganz gut: Immer wieder wird Air-Marshall Marks an der Nase herumgeführt, weil der Terrorist ihm immer einen Schritt voraus ist. Es gibt zahlreiche Verdächtige und einige Wendungen, die den Film nie langweilig werden lassen. Einzig die Auflösung um das Motiv des Terroristen hat mir nicht gefallen, weil ich es schlicht und ergreifend nicht verstanden habe. Das hinterlässt zwar einen kleinen Beigeschmack, aber trotzdem ist der Film zu empfehlen. Kleiner Gag am Rande: Lupita Nyong'o, die vor kurzem als beste Nebendarstellerin in "12 Years a Slave" einen Oscar gewinnen konnte, hat eine Nebenrolle als Flugbereiterin.

Kino-Info: Kino 3 war am Samstag sehr gut gefüllt, der Film wird am Startwochenende viele Zuschauer anlocken.

Kinostart: 13.3.2014
Thriller, Action
106 Min.
FSK: 12
14

 

 
300 - Rise of an Empire

300 - Rise of an Empire (3D) 

Regie: Noam Murro. Darsteller: Sullivan Stapleton (Themistokles), Eva Green (Artemisia), Lena Headey (Königin Gorgo), Hans Matheson (Aesyklos), Rodrigo Santoro (Xerxes)

Inhalt: Während König Leonidas mit seiner Leibgarde an den engen Felsschluchten der Thermopylen die erste große Welle der Perserarmee abwehrt, zieht auch General Themistokles seine Truppen zusammen, um die persische Invasion abzuwehren. Nach Xerxes' Sieg über Leonidas wird die griechische Hauptstadt Athen das erste Eroberungsziel des brutalen Herrschers. Die Feinde begegnen sich in einer blutigen Seeschlacht und Themistokles sieht sich einer ganz besonderen Gegnerin gegenüber: Artemisia. Sie ist die rücksichtslose und intrigante Anführerin der persischen Truppen und ihre Gier nach Rache an den Athenern macht sie umso gefährlicher. Um eine Chance auf den Sieg zu haben, muss sich Themistokles mit seinen alten Rivalen zusammentun: den Kriegern aus Sparta.

Mein Eindruck: 2007 brachte Zack Snyder "300" ins Kino und machte vielen Leute eine große Freude: Die Schlacht des König Leonidas gegen Xerxes war eine optische Bombe und vereinte Geschichte und Comic in ungewohnter Weise. Jetzt kommt ein weiterer Teil ins Kino mit dem tollen Untertitel "Rise of an Empire". Dabei ist die Fortsetzung keine wirkliche Fortsetzung, dem die Handlung spielt parallel zum ersten Film. Außerdem wird auf den Werdegang von Xerxes und seinem Vater eingegangen, also ist der Film auch Prequel. Das hört sich kompliziert an und macht den Film nicht besser: "300 - Rise of an Empire" ist eine überflüssige Schlachtplatte ohne Sinn und Verstand, die später nur noch langweilt. Die Optik des Film ist grundsätzlich nicht schlecht und orientiert sich an seinem Vorgänger. Doch die Szenen auf See - und da gibt es viele - überzeugen nicht und wirken schlapp und ermüdend. Immerhin erleben wir im Kino die fieseste Frau der Geschichte: Artemisia, sehr gut gespielt von Eva Green ("Casino Royale"), ist eine übele Psychopathin, leider recht gutausshend, die alle Männer um sie herum an die Wand spielt. Noch böser kann man nicht sein. Da kommt selbst Sullivan Stapleton (bekannt aus der Serie "Strike Back") nicht mit. Seine Hauptrolle des Themistokles gibt wenig her, er ist halt der gute Held, der am Ende das Böse (sprich Artemisia) besiegen kann. Thema Brille: Es gibt einige gute 3D Effekte (Xerxes on Top of his Weltreich) und von da her kann man sich den Film in 3D geben (wenn man mit dem spritzenden Blut kein Problem hat). Trotz einiger positiven Dinge ist "300 - Rise of an Empire" leider ein Rohrkrepierer, der nie an seinen tollen Vorgänger ran kommt: Muskulöse griechische Sixpacks kämpfen gegen ultraböse Perser...immer und immer wieder...langweilig.

Kino-Info: Am Start-Donnerstag ist der große Saal 1 gut gefüllt; der zweite "300" kommt im Kino gut rüber.

Kinostart: 6.3.2014
Action, Comic, Krieg
102 Min.
FSK: 18
13

 

 
Monuments Men

Monuments Men 

Regie: George Clooney. Darsteller: George Clooney (Frank Stokes), Matt Damon (James Granger), Bill Murray (Richard Campbell), Cate Blanchett (Claire Simone), John Goodman (Walter Garfield), Hugh Bonneville (Donald Jeffries), Jean Dujardin (Jean Claude Clermont), Bob Balaban (Preston Savitz)

Inhalt: Eine Sondereinheit der Allierten wird während des Zweiten Weltkriegs von US-Präsident Franklin D. Roosevelt beauftragt, die größten Meisterwerke der Kunst aus den Händen der Nationalsozialisten zu befreien und an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben. Es ist eine schier unmögliche Mission: Die Kunstwerke befinden sich hinter den feindlichen Linien, die deutsche Armee hat den strikten Befehl alles zu zerstören, sollte das Dritte Reich untergehen. Wie kann die Gruppe von sieben Museumsdirektoren, Kuratoren und Kunsthistorikern, die sich alle mehr mit Michelangelo als mit einem M-1 Sturmgewehr auskennen, überhaupt auf Erfolg hoffen?

Mein Eindruck: George Clooney hat nach "Ides of March - Tage des Verrats" (2011) wieder einen Film als Regisseur ins Kino gebracht: Mit "Monuments Men" erzählt er die wahre Geschichte der gleichnamigen Einheit, die den Schutz von Kunstgegenständen während des Zweiten Weltkrieges garantieren sollte. Clooney himself spielt eine Hauptrolle in dem gutbesetzten Streifen, er hält sich aber diskret im Hintergrund und lässt den anderen ihre speziellen Momente. So haben Bill Murray ("Moonrise Kingdom") und Bob Balaban ("Capote") eine Begegnung mit einem deutschen Soldaten, die durch eine Zigaretten-Pause entschärft wird. John Goodman ("Argo") und Jean Dujardin ( "The Artists") bekommen es mit einem feindlichen Heckenschützen zu tun, während Matt Damon ("Elysium") in Paris das Vertrauen von Cate Blanchett ("Blue Jasmine") erlangen muss. Zu guter Letzt versucht Hugh Bonneville ("Downtown Abby") die Madonna von Michelangelo zu retten, leider vergebens. "Monuments Men" ist ein sehr unterhaltsamer Film, der manchmal zu viel Pathos rüberbringt, was man aber verzeihen kann. Auch wenn nicht alles im Film der Wahrheit entspricht, man bekommt doch einen guten Eindruck darüber, wie wertvoll Kunst sein kann.

Kino-Info: Altweiber ist das Kino 4 mäßig gefüllt, es gibt noch einige Antikarnevalisten...

Kinostart: 20.2.2014
Drama, Krieg
118 Min.
FSK: 12
12

 

 
Stromberg: Der Film

Stromberg: Der Film 

Regie: Arne Feldhusen. Darsteller: Christoph Maria Herbst (Bernd Stromberg), Bjarne Mädel (Berthold Heisterkamp), Oliver Wnuk (Ulf Steinke), Diana Staehly (Tanja Steinke), Milena Dreißig (Jennifer Schirrmann), Sinan Akkus (Sinan Turculu)

Inhalt: "Firmenfeiern sind wie das letzte Abendmahl. Immer zu wenig Weiber, das Essen ist schlecht und am Ende gibt's Ärger". Eine weise Vorahnung - und trotzdem macht sich Stromberg mit seinen Mitarbeitern aus der Schadensregulierung auf den Weg in ein Landhotel, in das die CAPITOL Versicherung die gesamte Belegschaft zur 50-Jahre-Jubiläumsfeier geladen hat. Mit dabei sind natürlich auch Berthold "Ernie" Heisterkamp, das langjährige Mobbingopfer der Abteilung, Lieblingskollegin Jennifer Schirrmann und das verheiratete Kollegenpaar Ulf und Tanja Steinke samt Pflegesohn Marvin. Es könnte so ein schöner Abend werden - hätte Stromberg nicht erfahren, dass die Schließung seiner Filiale unmittelbar bevor steht.

Mein Eindruck: In 5 TV-Staffeln hat Bernd Stromberg von der Capitol-Versicherung kein Fettnäpfchen ausgelassen und hat für viele peinliche Momente für sich und seine Mitarbeiter gesorgt. Für manche seiner Aktionen musste man sich Fremdschämen, doch immer wieder hat man gerne zur Capitol-Schadensregulierung reingeschaltet, es war immer sehr unterhaltsam. Um den Stromberg-Kinofilm zu finanzieren half das so genannte 'Crowdinvesting': Privatpersonen werden per Internet aufgerufen, Geld in den Film zu investieren. Das war kein Problem, denn in wenigen Wochen kam 1 Millionen Euro zusammen. Jetzt endlich ist der Streifen im Kino angelaufen. Man stellt sich natürlich die Frage: Kann der Film mit der Serie mithalten? Klare Antwort: Er kann! Der Betriebsausflug der Schadensregulierung zur Capitol-Jubiläumsfeier bietet für Abteilungsleiter Stromberg jede Menge Gelegenheiten, seinen unwiderstehlichen Charme einzusetzen und sich in den Vordergrund zu schlawinern. Im Laufe des Film tauchen Figuren aus alten Staffeln wieder auf, wie z.B. Frau (Tu)Berkel oder Herr Turculu. Auch Frau Burstedt hat einen kleinen Auftritt in einer Milchreis-Werbung. Regisseur Arne Feldhusen (auch verantwortlich für "Der Tatortreiniger") hat es geschafft, den Kinofilm über 2 Stunden interessant und lustig zu gestalten - das muss man ihm hoch anrechnen. Einige Sachen sind nur im TV gut und gehen auf der großen Leinwand unter - "Stromberg: Der Film" nicht. Als Stromberg-Fan der ersten Stunde kann ich nur sagen: "Man soll den Arsch nicht höher hängen als man scheißen kann." :-)

Kino-Info: In der frühen Donnerstagsvorstellung ist es recht leer in der Filmpassage. Kleine Panne: Der Film startet mit 10minütiger Verspätung - kein Thema.

Kinostart: 20.2.2014
Komödie
123 Min.
FSK: 12
11

 

 
Jack Ryan: Shadow Recruit

Sneak Preview: Jack Ryan: Shadow Recruit 

Regie: Kenneth Branagh. Darsteller: Chris Pine (Jack Ryan), Keira Knightley (Cathy Muller), Kevin Costner (Thomas Harper), Kenneth Branagh (Viktor Cherevin)

Inhalt: Tokio, London, Shanghai - alles wird zusammenbrechen, denn der russische Oligarch Viktor Cherevin plant einen Terroranschlag, der zuerst die amerikanische Wirtschaft und dann die ganze Welt erschüttern soll. Für den CIA-Agenten William Harper gibt es nur einen geeigneten Kandidaten, der den zunehmenden globalen Finanzterrorismus verhindern kann: Jack Ryan. Der smarte Ex-Soldat, der erfolgreich an der Wall Street arbeitet, hat sich nach seinem lebensgefährlichen Afghanistan-Einsatz bewusst für einen Bürojob entschieden und sieht keinen Grund, sich erneut in einen hochriskanten Außeneinsatz zu begeben. Schlussendlich gelingt es Harper dennoch, den jungen Finanzanalysten davon zu überzeugen, nach Moskau zu fliegen, um es dort mit dem eiskalten Cherevin aufzunehmen.

Mein Eindruck: In der Sneak-Prewiew gab es dieses Mal den neuen Film von Kenneth Branagh "Jack Ryan: Shadow Recruit" zu sehen. Die Figur Jack Ryan war bislang viermal im Kino zu bewundern und wurde von Alec Baldwin ("Jagd auf Roter Oktober"), Harrison Ford ("Die Stunde der Patrioten", "Das Kartell") und Ben Affleck ("Der Anschlag") dargestellt. Der neue Streifen um den smarten CIA-Analysten beginnt am Anfang seiner Karriere und zeigt den jungen Ryan, der nach bestandenem Doktor-Titel für die CIA die Wallstreet analysiert. Es ist (wieder mal) ein Reboot einer Serie. Die Story stammt nicht von Tom Clancy und wurde so der heutigen Zeit angepasst. Chris Pine, den man als Captain Kirk aus den neuen Star Trek Filmen kennt, spielt die Hauptrolle ganz ordentlich. Als russischer Gegenspieler hat sich Regisseur Kenneth Branagh praktischerweise selber genommen. Keira Knightley und Kevin Costner runden die gute Besetzung ab. Man merkt, dass viele Szene vor Ort gedreht wurden, vor allem Moskau zeigt sich von seiner schönsten Seite. Alles hört sich sehr gut an, doch trotzdem kann der Film nicht wirklich überzeugen. Hier und da gibt es einige Action-Sequenzen, doch trotz massiver Bedrohung wird keine Spannung ausgebaut: "Shadow Recruit" kommt einfach nicht aus dem Quark! Da gibt es eine Reihe besserer Agenten-Filme, ich führe nur mal Jason Bourne an. Von da her war ich sehr zufrieden, dass in der Sneak der neue Jack Ryan gezeigt wurde, aber vom Film her kann ich nur sagen: Durchschnitt. 

Kino-Info: Am Montagabend war die Sneak recht schlecht besucht, letzte Woche war es wohl deutlich voller. Neu: Es treten zwei Zuschauer gegeneinander an, was teilweise ziemlich nervig ist, weil es nicht voran geht.

Kinostart: 27.2.2014
Thriller, Action
106 Min.
FSK: 12
10

 

 
American Hustle

American Hustle 

Regie: David O. Russell. Darsteller: Christian Bale (Irving Rosenfeld), Bradley Cooper (Richie DiMaso), Amy Adams (Sydney Prosser), Jeremy Renner (Bürgermeister Carmine Polito), Jennifer Lawrence (Rosalyn Rosenfeld), Louis C.K. (Stoddard Thorsen)

Inhalt: Ende der 70er im schillernden New York: Irving Rosenfeld besitzt mehrere Waschsalons, aber sein Geld verdient er mit dubiosen Geldgeschäften und Kunstfälschungen. Mit Hilfe seiner Geschäftspartnerin und verführerischen Geliebten Sydney Prosser hat er es zu einem kleinen Vermögen gebracht. Als der überambitionierte FBI-Agent Richie DiMaso den beiden brillanten Trickbetrügern auf die Schliche kommt, lässt sich das Gaunerpaar auf einen ungewöhnlichen Deal ein: DiMaso setzt die beiden als Lockvögel auf die Politikprominenz New Jerseys an. Vor allem auf den Bürgermeister von Camden, Carmine Polito, hat er es abgesehen.

Mein Eindruck: Der neue Film von David O. Russell ("Silver Linings") könnte bei der kommenden Oscar-Verleihung groß abräumen. Jetzt hab ich "American Hustle" im Kino gesehen und muss sagen: Ich hätte mir den Film besser vorgestellt und deshalb glaube ich nicht, dass der als bester Film ausgezeichnet wird (ich favorisiere "12 Years A Slave"). Egal, "American Hustle" ist bestimmt kein schlechter Streifen, doch so richtig hat er mich nicht vom Hocker gehauen. Super sind die Kostüme bzw. die Frisuren der Hauptdarsteller. Batman-Darsteller Christian Bale gefällt als speckiger Waschsalon-Besitzer mit angeklebten Toupet. Auch Amy Adams ("Man of Steel") glänzt als Hochstaplerin mit englischer Attitüde. Sie könnte einen Oscar gewinnen, verdient hätte sie ihn. Kaum wiederzuerkennen ist Schönling Bradley Cooper ("Hangover"): als jüdischer FBI-Agent mit netter Frisur wird er ganz schön abgezogen. In einer Nebenrolle ist Robert De Niro zu sehen, der - wie kann es denn anders - einen Mafiosi spielt. Trotz Top-Besetzung und interessantem Script hat der Film mich nicht komplett überzeugt. Es gab einige Längen und auch das Ende würde ich eher als "lasch" bezeichnen - da hätte ich mir was spektakuläreres gewünscht. Fazit: "American Hustle" ist sehenswert, aber nicht der Überflieger, den ich erwartet hatte.

Kino-Info: Die Vorstellung in Kino 3 um 17 Uhr war ganz ordentlich gefüllt. Witzig waren die Trailer, die von Anspruch ("Die Bücher Diebin") bis Klamauk ("Urlaubsreif") gingen.

Kinostart: 13.2.2014
Drama, Krimi
138 Min.
FSK: 6
9

 

 
47 Ronin

47 Ronin 

Regie: Carl Rinsch. Darsteller: Keanu Reeves (Kai), Hiroyuki Sanada (Oishi), Ko Shibasaki (Mika), Tadanobu Asano (Lord Kira), Min Tanaka (Lord Asano), Cary-Hiroyuki Tagawa (Shogun), Rinko Kikuchi (Hexe)

Inhalt: Der heimtückische Lord Kira schaltet seinen Rivalen Lord Asano aus, indem er ihm keinen anderen Ausweg lässt als den rituellen Selbstmord. Zusätzlich nimmt Kira die Tochter des toten Widersachers gefangen und sorgt dafür, dass dessen Krieger ihre angesehene Stellung bei Hof verlieren. Oishi übernimmt die Führung dieser 47 Samurai (= Ronin), die sich nun an Kira und seinen Mitstreitern rächen wollen. Einen Verbündeten finden die herrenlosen Krieger im Halbblut Kai. Der Außenseiter kann den Samurai wertvolle Hilfestellung geben und hat überdies auch ganz persönliche Gründe, sich gegen Kira aufzulehnen.

Mein Eindruck: Keanu Reeves hat sich im Kino rar gemacht. Sein letzter größerer Film war 2008 das Sci-Fi-Remake "Der Tag, an dem die Erde stillstand". Persönlich gefällt mir der Schauspieler sehr gut, hat er sich mit seiner Rolle des Neo aus "Matrix" einen Platz in der Filmgeschichte gesichert. Jetzt kommt (endlich) sein neustes Werk auf die große Leinwand: "47 Ronin". Obwohl der Trailer sehr gut aussah ist der Streifen von den Zuschauerzahlen her gefloppt. Auch die Kritiker haben den Film zumeist zerrissen. Ich kann nur sagen: Ich finde den Film ganz gut und kann die Kritik nicht ganz nachvollziehen. Der Streifen erzählt die in Japan allseits bekannte Geschichte der 47 Ronin, die ihren Herren rächen und dafür mit dem Tod bestraft werden. Vielleicht liegt das Problem des Films darin, dass außer Keanu Reeves kein bekannter Schauspieler dabei ist (wenn man europäische Maßstäbe ansetzt). Die japanische Besetzung ist zweifellos sehr gut, doch hat sie wohl fürs Kino keine Zugkraft. Der Film ist bestimmt nicht der Überflieger, doch er punktet jedoch mit guter Ausstattung, ordentlicher Tricktechnik und gelungenen Actionsequenzen. Regisseur Carl Rinsch hat vorher nur Kurzfilme abgeliefert, "47 Ronin" ist sein erster Spielfilm. Vielleicht hätte ein erfahrener Regisseur mehr rausgeholt, aber das ist reine Spekulation. Ich bin mit dem Film recht zufrieden, von da her vergebe ich solide 3 Sterne.

Kino-Info: In der Abendvorstellung verirrten sich knapp 30 Leute. Der Film zieht nicht wirklich...

Kinostart: 30.1.2014
Abenteuer, Fantasy
118 Min.
FSK: 12
8

 

 
Robocop

Robocop 

Regie: José Padilha. Darsteller: Joel Kinnaman (Alex Murphy /RoboCop), Gary Oldman (Dr. Dennett Norton), Michael Keaton (Raymond Sellars), Abbie Cornish (Clara Murphy), Jackie Earle Haley (Rick Mattox), Jay Baruchel (Tom Pope), Samuel L. Jackson (Pat Novak)

Inhalt: Im Jahr 2028 ist der multinationale Megakonzern OmniCorp globaler Marktführer für Robotertechnologie. Die von ihm produzierten Drohnen werden weltweit eingesetzt und sichern OmniCorp ein beachtliches Vermögen. Zu dieser Zeit versucht der engagierte Polizist Alex Murphy die steigende Kriminalität und Korruption in seiner Heimatstadt Detroit mit allen verfügbaren Mitteln zu bekämpfen. Als er im Dienst schwer verletzt wird, ist dies für OmniCorp die Gelegenheit, seine umstrittene Technologie endlich zum Einsatz zu bringen. Der Plan ist, im von Verbrechen verwüsteten Detroit den perfekten Polizisten zu schaffen: einen Gesetzeshüter, der halb Mensch und halb Roboter ist.

Mein Eindruck: Das Remake von "Robocop" stand unter keinem guten Stern, denn es lief einiges schief und auch Regisseur José Padilha war nicht die erste Wahl (Darren Aronofsky ("Black Swan") warf zwischenzeitlich hin). Was soll ich sagen, ich finde die Neuverfilmung recht schwach. Natürlich wird man die neue Version immer mit der von Regisseur Paul Verhoeven aus dem Jahre 1987 vergleichen. Da ich ein Fan des 80er Jahre Streifens bin hat es der neue standesgemäß schwer. Von der Besetzung her ist die 2014-Fassung recht ordentlich: Mit Michael Keaton ("Batman"), Gary Oldman" ("The Dark Knight") und Samuel L. Jackson ("Django Unchained") sind einige Schwergewichte am Start. Da hat es Hauptdarsteller Joel Kinnaman ("Safe House") natürlich schwer, zumal seine schauspielerische Ausdruckskraft als Robo-Bulle von vorne herein beschränkt ist. Auch die Effekte sind zeitgemäß und dementsprechend gut. Manko des Films ist aber, dass er in keinster Weise spannend ist. Man hat überhaupt keine Sympathie für den Hauptdarsteller und seinem Schicksal als Robocop. Mit Samuel L. Jackson als TV-Moderator kommt eine gewisse zynische Note in den Film, aber das reicht leider nicht. Für mich plätschert der neue "Robocop" so dahin und versinkt im Einheitsbrei der Action-Filme. Die FSK-Freigabe von 12 trägt auch nicht zur Verbesserung bei...

Kino-Info: Ich war erstaunt, denn am Start-Donnerstag war die Abendvorstellung im Cinemaxx sehr gut gefüllt. Männerquote im Kino: 95%.

Kinostart: 6.2.2014
Action, Sci-Fi
117 Min.
FSK: 12
7

 

 
Nicht mein Tag

Nicht mein Tag 

Regie: Peter Thorwarth. Darsteller: Moritz Bleibtreu (Nappo Navroki), Axel Stein (Till Reiners), Jasmin Gerat (Nadine), Anna Maria Mühe (Miriam), Ralf Richter (Langer), Nele Kiper (Ina), Ben Ruedinger (Uwe), Maxwell Richter (Kurzer)

Inhalt: Der biedere Bankberater Till Reiners hat mal wieder keinen guten Tag. Er ist gelangweilt. Von seinem Job, seinem kleinstädtischen Leben und von sich selbst. Und er ist frustriert von seiner Ehe mit Miriam, die irgendwo zwischen Alltagstrott und Windelwechseln ihr Feuer verloren hat. Dann kommt plötzlich alles ganz anders. Denn eines Tages überfällt Gelegenheitsgangster Nappo Tills Bank - und nimmt ihn als Geisel. Dadurch wird eine wahnwitzige Kette von unvorhergesehenen Ereignissen in Gang gesetzt, die Tills und Nappos Leben in nur 48 Stunden kräftig durcheinander wirbelt.

Mein Eindruck: Peter Thorwarth hat ein Problem: Der deutsche Regisseur hat mit seinem Erstlingswerk "Bang Boom Bang" (1999) einen Kultfilm hingelegt, der von vielen verehrt wird und der für mich einer der besten deutschen Filme aller Zeiten ist. Weitere Filme von ihm waren nicht schlecht, aber kein Streifen kam nur annähernd an seinen Erstling heran. Jetzt liefert er mit "Nicht mein Tag" eine neue Komödie ab, die sich sehen lassen kann und durchaus Kultpotential hat. Nappo (Moritz Bleitreu) nimmt den biederen Banker Til (ungewohnt schlank: Axel Stein) nach einem Banküberfall als Geisel. Obwohl die beiden komplett unterschiedlich sind freunden sie sich auf seltsame und schräge Weise an. Es gibt eine Vielzahl von guter Szenen und einige Top-Anspielungen: So ist das Navi in Tils Wagen mit der Stimme von Hausmeister Krause bestückt oder an einer Autobahn-Tanke trifft Til auf Mark Kampmann (Kampmann Tuning). Auch Ralf Richter durfte nicht fehlen: Dieses mal tritt er als "Langer" auf, der den Mustang an Nappo verkauft. Die erste Hälfte ist richtig gut, doch dann driftet der Streifen leider etwas ab. So bald die 3 - Nappos Freundin Nadine (Jasmin Gerat) ist zwischenzeitlich dazugekommen - Amsterdam erreichen wird es zu heftig. Die Umwandlung von Bieder-Til in Til Tiger geht mir etwas zu schnell: Gerade noch langweiliger Familienvater und im nächsten Moment vollgekiffter Rock-N-Roller - das ist nicht nach meinem Geschmack. Deswegen gehe ich mit der Bewertung auf 3 1/2 Sterne runter. Kurzum: Trotz kleinerer Mängel ist "Nicht mein Tag" lohnenswert - was zum großen Teil an Moritz Bleibtreu liegt, der Nappo so richtig auslebt.

Kino-Info: Die frühe Abendvorstellung lockte 10 Leute in die Filmpassage. Dann gibt's wenigstens kein Platzproblem...

Kinostart: 16.1.2014
Komödie
116 Min.
FSK: 12
6

 

 
Homefront

Homefront 

Regie: Gary Fleder. Darsteller: Jason Statham (Phil Broker), James Franco (Morgan 'Gator' Bodine), Izabela Vidovic (Maddy Broker), Kate Bosworth (Cassie Bodine Klum), Marcus Hester (Jimmy Klum), Clancy Brown (Sheriff Keith Rodrigue), Winona Ryder (Sheryl Marie Mott)

Inhalt: Phil Broker, ein ehemaliger Agent der Drogenvollzugsbehörde DEA, zieht sich nach dem Tod seiner Frau mit seiner Tochter Maddy aufs Land zurück. In der idyllischen Umgebung einer Kleinstadt will er Ruhe finden und seine Vergangenheit hinter sich lassen. Zunächst geht der Plan auch auf. Als seine Tochter in der Schule jedoch von Rowdys bedrängt wird und sie sich gegen deren Wortführer mit heftigen Schlägen zur Wehr setzt, ändert sich die Situation: Der Onkel des Jungen ist der lokale Drogenboss Gator Bodine, der diesen Vorfall nicht einfach so hinnehmen will.

Mein Eindruck: Jason Statham hat wieder einen neuen Film im Kino. Auf DVD habe ich neulich "Redemption" gesehen, in dem er einen alkoholabhängigen Ex-Soldaten mimt, der sein Leben wieder in den Griff kriegt. "Redemption" hat mir nicht gefallen, aber "Homefront" kann sich sehen lassen. Dabei ist die Geschichte um einen ehemaligen DEA Agenten, der seinen Ruhestand genießen will, nicht gerade originell. Das Drehbuch stammt von Sylvester Stallone, der eigentlich selber die Hauptrolle spielen wollte, sie dann aber an Statham abgetreten hat. So wundert es nicht, dass man die Geschichte im Grunde schon kennt. Statham alias Phil Broker will nur in Ruhe sein Leben mit seiner Tochter genießen. Dummerweise bekommt er schon nach wenigen Minuten die ersten Probleme, weil Töchterchen einen Schulkollegen platt gemacht hat. Die Redneck-Eltern finden das gar nicht gut und leiern einen Rachefeldzug an, der nach und nach eskaliert. Der lokale Drogenbaron, gespielt von James Franco ("Das ist das Ende") deckt dann seine geheime Identität auf und schickt eine Rockerbande vorbei, die nicht gut auf den Ex-Agenten zu sprechen sind. Nix neues an der Action-Front. Broker versucht zwar pseudomäßig, sich nicht reizen zu lassen, doch irgendwie liegen am Ende seine Gegner am Boden. "Homefront" ist ein solider Actionfilm nach alter Machart ohne große Überraschungen. Kann man sich anschauen.

Kino-Info: Am späten Sonntagnachmittag ist das kleine Kino 10 mäßig gefüllt - kein Vergleich zum Wolf vor einer Woche...

Kinostart: 23.1.2014
Action, Krimi
100 Min.
FSK: 16
5

 

 
The Wolf of Wall Street

The Wolf of Wall Street 

Regie: Martin Scorsese. Darsteller: Leonardo DiCaprio (Jordan Belfort), Jonah Hill (Donnie Azoff), Margot Robbie (Naomi Lapaglia), Matthew McConaughey (Mark Hanna), Kyle Chandler (Agent Patrick Denham), Rob Reiner (Max Belfort), Jon Bernthal (Brad)

Inhalt: Der junge New Yorker Börsenmakler Jordan Belfort träumt den amerikanischen Traum - und wacht auf in der korrupten Realität des Kapitals, das nur eine Maxime kennt: hemmungslose Habgier. Als Broker jongliert Belfort bald mit Millionen, feiert Ende der 80er-Jahre exzessive Erfolge mit seiner Maklerfirma "Stratton Oakmont" und entwickelt schon mit Anfang 20 seinen radikal luxuriösen Überflieger-Stil - was ihm den Titel "Der Wolf von der Wall Street" einbringt.

Mein Eindruck: Ich muss ehrlich zugeben: "The Wolf of Wall Street" hat mich komplett überzeugt. 3 Stunden Unterhaltung vom feinsten, nie langweilig und immer wieder setzt Leonardo DiCaprio einen drauf. Er spielt den Börsenmakler Jordan Belfort, der in den 80er Jahren sein Imperium an der Wall Street aufbaut und sein Leben exzessiv auslebt. Gier ist gut, das hat mal Gordon Gecko in "Wall Street" gesagt. Jordan Belfort hält sich nicht daran, er baut das noch aus. Es geht nur darum, so viel Geld wie möglich zu machen, seine abgezockten Kunden sind ihm scheißegal. Der Film beginnt schon mit einem Highlight: Der junge Jordan beginnt als kleines Licht in einer Broker-Firma und kommt in Kontakt mit dem Top-Verkäufer Hanna, den Matthew McConaughey verkörpert. Das Mittagessen der beiden zeigt schon den Weg, den der Film gehen wird. Hanna gibt seinem jungen Kollegen wertvolle Tipps, wie er schnell reich werden kann - und die haben es in sich. Matthew McConaughey hat zwar nur einen kleinen Auftritt, aber der ist absolut sehenswert. Generell ist die Besetzung erste Sahne, auch die eher unbekannte Mimin Margot Robbie (TV-Serie "PanAm") gefällt als Ehefrau des Wolfes. Kleiner Gag am Rande: Jon Bernthal, den man aus 2 Staffeln "The Walking Dead" kennt, habe ich 2014 schon in 2 Filmen gesehen: Zuerst in "Zwei vom alten Schlag" als Sohn von Robert DeNiro, jetzt als kleiner Drogendealer im Wolf. Welcher Film kommt als nächstes? Fazit: Scorsese kann es noch: Sein "Wolf of Wall Street" ist jetzt schon ein Kinohighlight 2014 und zurecht an der Spitze der deutschen Kinocharts.

Kino-Info: Der Film wurde wegen des großen Andrangs von Kino 5 nach Kino 7 verlegt. Ich hätte nicht gedacht, dass der Streifen am Sonntag Nachmittag so voll sein würde.

Kinostart: 16.1.2014
Komödie, Drama
180 Min.
FSK: 16
4

 

 
12 Years a Slave

12 Years a Slave 

Regie: Steve McQueen. Darsteller: Chiwetel Ejiofor (Solomon Northup), Michael Fassbender (Edwin Epps), Lupita Nyong'o (Patsey), Benedict Cumberbatch (William Ford), Paul Dano (Tibeats), Sarah Paulson (Mistress Epps), Paul Giamatti (Theophilus Freeman), Brad Pitt (Bass)

Inhalt: Im Jahr 1841 lebt der Geigenspieler Solomon Northup als ein freier Afro-Amerikaner, Ehemann und Vater von zwei Kindern in Saratoga Springs, New York. Eines Tages wird er von zwei Männern zu einem lukrativen Auftritt vor Publikum verpflichtet. Nach einer Nacht in Washington, D.C. mit den beiden Männern wacht Northup an den Boden gekettet auf. Im Schock von dem, was passiert ist, erkennt Northup, dass er unter Drogen gesetzt und in die Sklaverei verkauft wurde. Zwölf lange Jahre sucht er nach einem Weg, sich aus der Gefangenschaft zu befreien und dabei zu überleben.

Mein Eindruck: "12 Years a Slave" hat am letzten Wochenende den Golden Globe als Bester Film (Drama) gewonnen. Außerdem ist der Streifen für 9 Oscars nominiert - und ich tippe mal, er wird einige abräumen. Der Film ist sehr gut, aber man muss natürlich wissen, worauf man sich einlässt. Die Handlung ist durch den Titel klar: Der Afro-Amerikaner Solomon muss 12 Jahre in Sklaverei verbringen, obwohl er vorher als freier Mann gelebt hat. Im Gegensatz zu anderen Filmen verzichtet Regisseur Steve McQueen ("Shame") auf Pathos und erzählt die bittere Geschichte brutal realistisch. Er macht sehr schnell deutlich, dass die Plantagenbesitzer ihre "Nigger" als Eigentum ansehen und nicht als Menschen. Durch Bibelzitate legitimieren sie die schlechte Behandlung der Sklaven. Michael Fassbender, der zum dritten Mal mit dem Regisseur zusammenarbeitet, spielt seine Rolle als Master Epps hervorragend. Generell ist die Besetzung top und auch kleinere Rollen werden durch Stars wie Brad Pitt oder Paul Giamatti sehr gut ausgefüllt. Natürlich ist Chiwetel Ejiofor eine Klasse für sich, denn er geht in der Hauptrolle total auf. Einen Golden Globe hat er nicht gewonnen, aber ein Oscar als bester Schauspieler könnte es noch werden. "12 Years a Slave" ist ein anstrengender Film, weil er ein ernstes Thema auf die große Leinwand bringt. Deshalb muss man sich auch klar sein, was einen erwartet.

Kino-Info: Das kleine Kino 10 war am Donnerstag-Abend gut besucht. Mich wundert das schon ein wenig, denn ich hab bis dahin recht wenig Werbung von dem Film gesehen.

Kinostart: 16.1.2014
Drama, Biographie
135 Min.
FSK: 12
3

 

 
Zwei vom alten Schlag

Zwei vom alten Schlag 

Regie: Peter Segal. Darsteller: Robert De Niro (Billy 'The Kid' McDonnen), Sylvester Stallone (Henry 'Razor' Sharp), Kevin Hart (Dante Slate, Jr.), Alan Arkin (Louis 'Lightning' Conlon), Kim Basinger (Sally), Jon Bernthal (B.J.), LL Cool J (Frankie Brite)

Inhalt: Die beiden alten Boxrivalen Henry "Razor" Sharp und Billy "The Kid" McDonnen unterbrechen ihren Ruhestand, um noch einmal in den Ring zu steigen. In ihrer großen Zeit hat jeder den anderen einmal besiegt. Doch 1983, vor dem alles entscheidenden dritten Kampf, erklärte Razor plötzlich seine Karriere für beendet - ohne diese Entscheidung näher zu begründen. Effektiv bedeutete das auch den K. o. für McDonnens Laufbahn. 30 Jahre später träumt der Box-Promoter Dante Slate Jr. von einem unermesslichen Dollarregen und macht den beiden ein Angebot, das sie nicht ablehnen können: Sie sollen wieder in den Ring steigen und endgültig abrechnen.

Mein Eindruck: Die Vorschau sah gut aus, allerdings hat man jede Menge schlechte Kritiken gelesen: Ist die Zusammenarbeit zwischen Stallone und De Niro ein Flop? Ich sage klar dazu: Nein. Mir gefällt die Idee, dass man die Vergangenheit der bekannten Mimen nutzt, um daraus einen ironischen Film zu machen, der alles durch den Kakao zieht. Sylvester Stallone hat sechsmal Rocky Balboa verkörpert, De Niro hat für seine Darstellung des Jake Lamotta in "Wie ein wilder Stier" den Oscar gewonnen. Jetzt treffen die beiden aufeinander, natürlich unter anderem Namen, aber irgendwie hätten sie auch ihre alten Rollen wiederaufnehmen können. Stallone spielt diesmal einen ruhigen Charakter, der nach seinem Box-Ruhm als normaler Fabrikarbeiter arbeitet. De Niro hingegen hat mehr Geld gemacht und ist ein aufbrausender Geschäftsmann mit eigener Bar und Autohandel. So bald die beiden sich begegnen gibt es Streit. In der heutigen Zeit wird alles per Handy aufgenommen und so kommen die Fetzereien der 'alten Säcke' flugs ins Internet, wo sie bei YouTube alle Rekorde brechen. Also bleibt nur eine Konsequenz: Nach 30 Jahren gibt es (endlich) den entscheidenden Kampf. Von der Story her gibt es nicht viel Neues. Der Film spult die üblichen Klischees ab und zeigt auf, dass die beiden (trotz ihrer Fehler) gute Menschen sind, die für ihre Freunde / Angehörigen da sind. Trotzdem ist der Streifen sehr unterhaltsam, weil es jede Menge cooler Sprüche gibt, die sich die Kampfhähne um die Ohren hauen. Ein extrem gut aufgelegter Alan Arkin ("Argo") brilliert als Boxtrainer-Rentner, ohne ihn wäre der Film nur halb so gut. Es gibt übrigens ein Wiedersehen mit Kim Basinger, die ich seit "The Informers" (2008) nicht mehr in Filmen gesehen habe. Fazit: "Zwei vom alten Schlag" ist eine gelungene Box-Komödie mit guten Darstellern und netten Sprüchen.

Kino-Info: Die Spät-Nachmittags-Vorstellung im Cinemaxx war einigermaßen gefüllt. Große Lacher gab es während des Films nicht, aber jede Menge cooler Sprüche.

Kinostart: 9.1.2014
Komödie
113 Min.
FSK: 12
2

 

 
Das erstaunliche Leben des Walter Mitty

Das erstaunliche Leben des Walter Mitty 

Regie: Ben Stiller. Darsteller: Ben Stiller (Walter Mitty), Kristen Wiig (Cheryl Melhoff), Shirley MacLaine (Edna Mitty), Adam Scott (Ted Hendricks), Kathryn Hahn (Odessa Mitty), Sean Penn (Sean O'Connell), Patton Oswalt (Todd Maher)

Inhalt: Walter Mitty arbeitet seit Jahren im Fotoarchiv der Zeitschrift Life!. Er ist ein Einzelgänger, der sich, um seinem grauen Alltag zu entfliehen, in abenteuerlichen, heldenhaften und romantischen Tagträumen verliert. Einziger Lichtblick ist die neue Kollegin Cheryl, die Walter aus der Ferne bewundert. Eines Tages wird bekannt, dass Life! zukünftig nur noch online erscheinen und eine letzte Printausgabe herausgebracht werden soll, die auf dem Titel ein Bild des berühmten Life!-Fotografen zeigen soll. Doch das besagte Bild, das an Walter geschickt wurde, ist verschwunden. Motiviert durch Cheryl nimmt Walter all seinen Mut zusammen und begibt sich auf eine aufregende Reise ans andere Ende der Welt, die für ihn zu einem wunderbaren Abenteuer wird, das er sich nicht besser hätte erträumen können.

Mein Eindruck: Das Kinojahr 2014 fängt gut an. Der neue Film von und mit Ben Stiller "Das erstaunliche Leben des Walter Mitty" hat mir sehr gut gefallen und fast die Höchstwertung erreicht. Schon der Anfang hat mich überzeugt, denn allein die Titel waren optisch ein Fest. Apropos Optik: Hier bietet der Streifen eine Menge super Einstellung und "exotische" Drehorte wie Grönland oder den Himalaja. Ob wirklich vor Ort gedreht wurde weiß ich nicht, ist mir aber egal, denn die Bilder passen perfekt. Ben Stiller ist ja eher bekannt für derbe Komödien (ich erwähne hier nur mal "Verrückt nach Mary"), aber er kann auch anders, was er schon in "Greenberg" unter Beweis gestellt hat. Er ist die perfekte Verkörperung von Walter Mitty, man nimmt ihm die Rolle komplett ab. So verlässt der Tagträumer seine gewohnte, langweilige Umgebung und begibt sich auch ein Abenteuer, dass sein Leben verändert. Die weibliche Hauptrolle spielt Kristen Wiig, die man schon aus "Brautalarm" oder "Paul" kennt und die jahrelang bei Saturday Night Live zu sehen war. Auch sie spielt - wie Stiller - ganz normal. Deswegen ist "Das erstaunliche Leben des Walter Mitty" keine reine Komödie, sondern ein phantastischer Film mit normalen Menschen in extremen Situationen. Es gibt übrigens ein Wiedersehen mit einer Hollywood-Legende: Shirley MacLaine ist als Walter Mittys Mutter Edna in einer Nebenrolle zu bewundern. Immer mal wieder hat sie in den letzten Jahren diverse Gastauftritte in Filmen gehabt, wie z.B. in "Valentinstag" von 2010. Ich bin mit dem Auftakt des Kinojahres vollauf zufrieden.

Kino-Info: Die Filmpassage bietet ab dem 2.1. was Neues: Vor dem Hauptfilm gibt es keine Werbung mehr, nur ein paar Trailer werden gezeigt. Mir gefällt das sehr gut, endlich mal eine gute Aktion für die Zuschauer!

Kinostart: 1.1.2014
Abenteuer, Komödie, Fantasy
114 Min.
FSK: 6
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